46° 12′ 48.613″ N / 7° 49′ 40.329″ O     Vorfreude (der Prolog)

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06. Februar 2016

Vorfreude (der Prolog)

neue Kapitel (mit 13 Sternen) #5a

Die Vorfreude dehnt sich in mir aus, dass ich bisweilen richtig ungeduldig werde. Ich zerspringe fast – kann es kaum erwarten … Einerseits

Zugleich zieht auch eine gewisse Anspannung mit ein. Mit dem Jahreswechsel begann der Countdown die Zeit spürbar abzuzählen. Da streuten sich dann gemischte Gefühle ein. Ein nur schwer zu beschreibendes Gefühlsknäuel aus „Leinen los“… Aufbruchstimmung – Anker lichten und Loslassen – Tau einholen. Es gibt kein Halten mehr…

Meist bin ich der Kapitän welcher sein Steuer unbeirrt fest in Händen hält… „Entschlossenheit und Zuversicht“

mal der Seebär – der väterliche Veteran welcher mit dem Ablegen auch seinen Söhnen Mut machen will… „Stolz und Zufriedenheit“

mal der Matrose welcher im Hafen aus dem er nun ausläuft eine Liebe zurück lassen muss… „Wehmut“

manchmal aber auch ein wenig der Schiffsknappe der erstmals zur See fahren darf und keine Ahnung hat was ihn erwartet… „Aufregung“

So gesehen hat die „Reise“ etwas von „…einem fantastischem Abenteuer…“

Und schliesslich, egal wie akkurat man sich vorbereitet… mein Lieber Lehrer Leben lehrt mich; Ein Quäntchen Ungewissheit bleibt (immer)…

„…über alle Berge…(?)“

„…über alle Berge…(?)“

25. Januar 2016

„…über alle Berge…(?)“

Die neuen Kapitel (mit 13 Sternen) #3

Hätte mir vor etwas mehr als vier Jahren einer gesagt…

„Du wirst Dich auf machen…

…über alle Berge…“

Ich hätte ihn wohl ausgelacht…

Weil;

– ich hier in dieser Provinz zur Welt gekommen und aufgewachsen bin… meine „Wurzeln“ hier am Hochrhein habe… mein mittelalterliches Heimatstädtchen liebe…

– es damals für mich als Familienvater mit Einfamilienhäuschen, grossem Garten und super Job, keinen Grund gab einen solchen Schritt zu erwägen…

– die Bedingungen schlicht nicht (mehr*) gegeben waren…

„Sesshaft sein“ (!).

Werte wie Konstanz und Beständigkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit leben…

Das habe ich inzwischen gar „als Tugend“ herausgekehrt. Spätestens mit dem Eigenheim war Risiken einzugehen für mich kein Thema mehr. Abenteuerliche Gedanken, wies ich fortan von mir…

Schon, dass ich mich entwickeln, weiterkommen wollte… klar. Da geschah auch wirklich Einiges. Zum Teil auch mit viel Aufwand. Allerdings ohne wirklich etwas verändert, ohne die Komfortzone je wieder verlassen zu haben. Alles kontrolliert, kleinbürgerlich geordnet. Nichts Mutiges, nichts Verwegenes… Ich hatte mich geändert.

Manch LeserIn mag sich hier ertappt fühlen.

Glaubte am Ziel zu sein. Den Status Quo konservieren zu müssen um dieses „Glück“ verwalten zu können. Die Visionen wichen dem eigenen Trott und gingen darin verloren. An „Chancen“ schnupperte ich… nutzte sie aber bewusst nicht. Verwerflich war das gewiss nicht. Schliesslich ist nicht jeder Traum lebbar. Denke ich etwas länger darüber nach, komm ich jedoch zum Schluss; kurzsichtig wars schon. Ich traure hier jetzt bestimmt nicht dem Vergangenen nach. Erkenne einfach wo ich damals stand und steige der Frage nach „wie kam es dazu…?“

Wie ich mir nun Zeit nahm um in mich zu gehn, bemerkte ich, dass ich mich länger schon auf die „Rückreise zu mir“ begeben habe. Da stiess ich (nicht nur) auf den Träumer – den Abenteurer längst vergangener Tage in mir. Wühlte mit ihm nach Antworten und scharrte zugeschüttete Erinnerungen frei… das weckte vergessene wie vertraute Lebensgeister…

Das kennt ihr vielleicht auch.

„…über alle Berge…?“

Mein Herz schlug schon als ich ein kleiner Junge war für die Alpen… Dafür hatten schon meine Grosseltern gesorgt. Wenn ich mich erden will, (muss!), ziehe ich mich gerne tief in die Berge zurück. Unter „Fernweh!“ litt ich als Kind. Da hatte ich mich in die Thunersee-Region mit ihrer Bergwelt verliebt! Heimweh…? Heimweh hingegen kannte und kenne ich bis Heute nicht. Dieses zurückziehen zu pflegen vernachlässigte ich lange Jahre (sträflich!). In jungen Jahren konnte ich mir ein Umzug in die Berge sehr gut vorstellen. (*) Vor etwas mehr als zehn Jahren stand ich gar mal vor einer Entscheidung… die „Heimat“ mit Kind und Kegel zu verlassen… in Richtung Thun…

Damit stelle ich das mit den „Wurzeln in der Provinz“ wohl selbst etwas in Frage… und irgendwie auch wieder nicht. Es schlagen wohl zwei Herzen in meiner Brust…

„…über alle Berge…?“

Die Vorstellung, dass ich mich „…über alle Berge…“ auf mache, mich anderswo niederlasse ist demnach nicht so abwegig. Sie ist aufregend und inspirierend. Das Verfolgen dieses Gedankens dürfte die logische Konsequenz sein. Und seit jenem (wegweisenden) April hatte mich exakt dieser Gedanke nicht mehr losgelassen. Er hat begonnen sich wie ein Lebens-Wunsch in meinen Windungen einzubrennen. Vergangenen Sommer dann, während meinem Mini-Sabbatical, keimte daraus schliesslich ernsthaft dieser Plan und so fasste ich den Entschluss…

„Ich siedle um! … einmal quer durch die ganze Schweiz… Mache mich auf… über alle Berge!…“

Blick vom Balkon aus zum Brunegghorn