(Wasser auf die) Gedanken-Mühlen

(Wasser auf die) Gedanken-Mühlen

24. April 2019

(Wasser auf die) Gedanken-Mühlen

Es war kein Morgen wie jeder Andere. Ich wachte mit den Vögeln auf und als stäche mich der Hafer schien mich etwas ungeduldig nach Draussen zu zerren. Ohne zu zögern folgte ich diesem Ziehen. So brach ich noch in der Dämmerung in jenen nebligen März-Morgen auf. Stieg planlos in den Bergweg vor meiner Tür ein. Einfach mal der Sonne entgegen aufwärts treiben lassen.

Kaum unterwegs, der Weg vor mir nur wage gezeichnet, ward mir seltsam klar; …was mich da Nebulöses in mir treibt, wird sich mir Heute erschliessen. Nicht „nur“ Zuversicht, Gewissheit irgendwie.

So früh im Jahr lagen auf den Matten noch Schneefelder in welche ich einsame Spuren stapfte. Wenig überraschend verweigerten mir dann Lawinenkegel ein direktes Aufsteigen. Etwas tiefer zu queren gelang mir ebensowenig. Murgänge und Geröll hatten Bergwegen und Pfaden zugesetzt. Jeder Schritt verlangte meine volle Konzentration und die Vernunft wog jede Entscheidung gegen meinen Drang aufzusteigen ab. Kräfteraubend wie dieses „Anlaufen“ gegen die Natur mit der Zeit in den Beinen war, so anstrengend empfand ich bis dahin das Raunen der Gedanken. Schliesslich lehnte ich mich nicht mehr gegen den Berg auf und fügte mich ihm, um auf „Umwegen“ sicher in den Bannwald unter mir zurück abzusteigen. Allmählich durchdrang die Morgensonne die Nebelschleier und brach sich im Geäst der alten Lärchen als märchenhaftes Zwielicht. Ich hielt inne. Liess diese wärmende Flut an mir branden… Dankbar dieses Schauspiel erleben zu dürfen.

Hier folgte ich uralten Wässer-Wasserrinnen welche sich den steilen Hängen entlang schlängeln. Weiterhin liess sich keine „sichere“ Aufstiegsmöglichkeit finden. Winterschäden im Gehölz wiesen mich stattdessen wiederum in die Schranken. Sie „zwangen“ mich auf einen schmalen vergessenen Saumpfad auszuweichen welche man auf Karten vergeblich sucht und der sich bald auch in einem Dickicht zu verlieren schien. Meinte ich, mein Gedankenknäuel lichten zu können, lehrte mich mein lieber Lehrer Leben Heute erstmal eine Lektion Demut an der Natur und irgendwie auch an mir selbst.

Sackgasse? Ab drehen? Zurückkehren? Ein paar weitere Schritte wollte ich noch wagen um vielleicht in einer Felsstufe zu einer eingezeichneten Kapelle an einem Bächlein abzusteigen und rasten zu können. Duckte mich unter tiefliegenden Ästen durch und tauchte in einen längst verlassenen lichten Hain ein. Sein abschüssiger Grund war wohl rauh, wild, von dichten Wachholder und Heidelbeersträuchern bedeckt. Doch es herrschte eine eigenartige Ordnung in ihm. Diskrete Wegspuren liessen mich da mühelos das Felsplatteau und schliesslich den Einstieg in die Stufen finden. Da kündete mir das Plätschern im tiefen Tobel meine nahende Rast an. Es fühlte sich wie ein Geschenk, eine Belohnung an. Nur noch geduldig diese letzte Klippe überwinden. Da schimmert auch schon das Weiss der winzigen Kapelle inmitten dieser steilen Abgeschiedenheit. Sie liegt direkt unter mir, noch von wenig altem Schnee umgeben im Schatten dieser Senke und ruht da gepflegt in den Fels eingebettet. Der Bach kommt wild über Stufen fallend und bleibt hier wie kurz seicht liegen. Unter einem kleinen Holzsteg der ihn zur Kapelle hin überspannt geht er leise weiter um gleich danach in die klamme Schlucht abzustürzen. Dieser Steg weist zurück in die Zivilisation. Noch ist es aber nicht Zeit für mich. Hatte zu Beginn dieses Tages jeder Schritt spürbar meine Gedankenmühlen in Gang gesetzt, war ich längst im Moment angekommen. Das Ächzen zwischen meinen Ohren war dem Staunen und Lauschen gewichen.

Geniessen.

So bleib ich dem „Unwegsamen“ treu und suchte am Fusse dieser Fluh aufwärts verwilderte Trittspuren. Ich gelangte auf einen schmalen Saum welcher mit einem dichten rötlichen Lärchennadelteppich weich ausgelegt war. Nur wenige Schritte später, auf der lichten Anhöhe weitet sich die Enge. Da stiess ich auf einen seltsamen grossen flachen kreisrunden und verwitterten Stein, welcher an der Böschung in Grasbüscheln halb überwuchert lag. Um ihn freizulegen strich ich die trockenen Halme der Gräser und Seggen von seinen beschaffenen und zerfurchten Rändern. Ich fragte mich nach seiner Herkunft und Bedeutung. Mein Blick durchstreift die Lichtung um mich herum. Zu meiner Verwunderung lagen gleich mehrere solcher „Monoliten“ beidseits der Bachufer eingebettet in diesem Kleinod rund um eine alte stillgelegte Mühle und eine zerfallene Walke. Wie absichtlich dargeboten. Ich verstand, da fand ich mich inmitten einer Ruhestätte für abgewetzte Mühlsteine wieder. All diese Steine… sie erzählen schweigend irgendwie, jeder für sich, ihre eigene Geschichte. Ich sehe und höre das bewegte Treiben ihrer vergangenen Zeiten. Den Ersten legte ich frei, setzte mich auf das Auge in seiner Mitte und liess mich überrascht und umarmt vom Leben treiben. Meine Gedanken schweifen befreit aus.

Ergriffenheit.

Ihre Anwesenheit entfaltete symbolische Bedeutung in mir. Heute liegen sie nun also da. Liegen da für mein Gedankenkreisen und für jeden meiner Schritte an diesem Tag. Wie sie einst Korn fürs Leben, zerrieben meine Schritte während den vergangenen Stunden, schier unbemerkt, mein Gedankendickicht. Legten damit frei was mich jüngst umtrieb und mir die Sicht auf das Wesentliche zu versperren begann. Sie traten eine Welle von tiefgreifenden Fragen in mir los.

„Würde ich wirklich bereit sein, meine Freiheit all das Wundersame hier erleben zu dürfen, wieder aufzugeben…?“

„Kann es sein, dass ein paar lobende, schmeichelhafte Worte schon reichen um mich wieder von mir, von meinem (geglaubten) Kern wegzutreiben…?“

„Kann ich zulassen, dass die Bestätigung gewisser Attribute, die Wahl in ein Amt, an seine Stelle tritt…? Brauche ich eine solche Berufung um Bedeutung zu haben…?“

Unlängst hatte ich behauptet, bei mir angekommen zu sein und mich nie wieder los zu lassen. Hatte mich losgesagt davon, mich an Leistung und Erfolg zu messen. Meine Quelle sprudelte fortan über vor Energie. War leicht und wirklich frei! Nun hatten eine einfache Anfrage und eine Bitte, mich unversehens (wieder) dazu veranlasst meine Prioritäten erneut abzuwägen und mich dabei komplett in mir selbst zu verfangen. Bin ich also doch noch nicht annähernd genug „bei mir“, dass ich zulassen kann mich in eine solche innere Enge zu manövrieren… und mir zu drohen, meinen Schulterschluss mit mir zu brechen…? Nein!

Einsehen.

So trampten all diese Schritte Heute unaufhörlich heilsam Wasser auf meine Gedanken-Mühlen. Ich wandelte noch eine Weile hier zwischen den Steinen, rastete ausgiebig an ein morsches Mühlrad angelehnt. Erleichterung über diese Klarheit umfing mich. Meiner bewusst geworden machte ich mich auf den Heimweg mit der Gewissheit, dass ich es fliessen lassen kann… ohne mir untreu zu werden! Was auch immer noch kommen mag, ich entscheide mich für Mich.

Ich hielt Wort und so blieb stets Wasser auf meinen Gedanken-Mühlen…

Danke Dir lieber Lehrer Leben

…endgeil !

…endgeil !
Heute 06:07 Morgenpanorama zwischen Heiligkreuz bis St.Peter & Paul

 06. Mai 2016

…endgeil !

Neue Kapitel (mit 13 Sternen) #12

Manches im Leben ist „gegeben“…, scheint vorgezeichnet und/oder ergibt sich zwangsläufig als eine Unabwendbarkeit, eine Gesetzmässigkeit, ein „notweniges Übel“…  naturgegeben oder nicht.

Schweife hier kurz ab – werfe einen kurzen Blick in die Antike auf eine Notiz die mich oft schon schmunzeln liess…  

„Heiraten ist, wenn man’s bei Licht besieht, ein Übel, ein notwendiges Übel.“ 

Ménandros (Menander)

Dieser – eher mit einem antiken Augenzwinkern – denn ernst gemeinten Seitenhieb an die Frau – unterschreibt noch Heute so Mancher und er zeigt eben auf, Übel hin oder her, man lässt/liess sich doch (sehr gerne) darauf ein. 

Damit aber zurück zu einem (meinem) alltäglichen Mühsal, notwendigen Übel, welches am Ende  doch Jeder – Tag für Tag – (und im Grunde sehr gerne) auf sich nimmt… Das frühmorgendliche „raus und auf Arbeit müssen (dürfen)…“ Ohne Arbeit kein Arbeitsweg. Dem (dürfen)… gehört also die Beachtung! 

Hier oben im Oberwallis darf ich bereits seit einigen Tagen arbeiten. Tag für Tag nehme ich diesen Arbeitsweg in Angriff. Der Winter wird mir hier gnadenlos seine harsche Seite zeigen – dessen bin ich mir bewusst. Werde ich als Neuzugezogener, als „Üsserschwiizer“ gefragt „…und wo wohnst Du…?“ schreckt meine Antwort oft selbst die Hiesigen und Einheimischen Oberwalliser! Ein ungläubiges Staunen 😳 durchfährt so manches Gesicht. „wie…?“ „Nein… ist nicht wahr oder…?“ „…wer tut sich das an…?“ „Du verarscheisserst mich jetzt…?“ oder „…allein der zehrende Arbeitsweg… sich den antun zu müssen… undenkbar!“

Doch! Eben allein mein Arbeitsweg… sich diesen antun zu dürfen ist unfassbar…! Ein Segen, eine Belohnung das erleben und geniessen zu dürfen. Einfach nur Befreiend. 

Mag sein, vielleicht habe ich eine ganze Wand draussen. 

Aber ich suchte bewusst dieses Extrem… Wer hier oben Leben will, muss (nicht nur) diesen Arbeitsweg in Kauf nehmen… Will mich „klein“ fühlen – nicht so wichtig nehmen dürfen. Dafür werd ich mich auf den Berg einlassen, an ihm wachsen… 

Das „bequeme Leben“ hatte mich ausgezehrt… nicht glücklicher gemacht. 

Was ich im Leben auf mich zu nehmen –  an grossen Entscheidungen zu treffen bereit bin, das entscheide ich mit Herz und Seele… Was daraus erwächst ist ganz allein, meinem Kopf meinem positiven Denken überlassen.  
Wie gesagt, allein mir dieses alltägliche Mühsal, dieses notwendige Übel, diesen „Arbeitsweg“ antun zu dürfen ist unfassbar…! Unvergleichlich, einfach nur… 

…endgeil… !


Die letzten 60 Sekunden meines spektakulär schwindelerregenden  Arbeits- / Heimweges

Die Gondel zieht mich auf die „Flüo“ (Flüh) wo ich zu Hause bin. Oben auf der Flüo – auf der Klippe, sind die Häuschen (Hiischji) – mein zu Hause – und Stadel sichtbar…

Harte Kontraste

Harte Kontraste

01. Mai 2016

Harte Kontraste

Neue Kapitel (mit 13 Sternen) #11

Als ich vor 2 Wochen hier her gezogen bin, habe ich nach und nach auch jenen „fernen Freunden“ eine Adressänderung geschickt mit welchen ich zwar regelmässig aber halt nur einmal im Jahr kurz Kontakt pflege.

So mailte ich Nachts (Ortszeit) nach Buenos Aires… Ein alter Freund hatte Argentiniens Metropole vor vielen Jahren zu seiner Wahlheimat gemacht… Einmal im Jahr kann er für zwei Wochen in die Schweiz fliegen um hier Urlaub zu machen… Familie und Freunde zu treffen… Mehr Ferien stehen Ihm in Argentinien nicht zu.

Vergangenen Sommer dann verpassten wir uns jedoch. Gönnte mir da meine wegweisende Auszeit… 

So sandte ich ihm nun also meine „Grüsse aus der Schweiz“ nach vollendeten Tatsachen über das grosse Wasser. Mit dem ersten Foto welches ich am Morgen nach dem Umzug aus meinem Schlafzimmer gemacht hatte, kündete ich ihm „Meine Wahlheimat“ an.


Binnen weniger Stunden hat er sich aus dem Molloch der 2 Millionenstadt gemeldet und mir seine Liebe zum Wallis gestanden… und mir dann – per WhatsApp „seinen Blick aus dem Fenster“ geschickt…

„Die Aussicht kann ich leider nicht toppen…“

Als krasses Gegenteil widerspiegelt sein Foto aber den Reiz des Grosstadtsumpfes und ich verharre kurz in diesem endlos wirkenden spärlich begrünten Strassenzug… Welche Gegensätze!

Tatsächlich mag dieser SnapShot Buenos Aires und seines gleichen repräsentieren, nicht aber Argentinien als Ganzes! Ist es doch die Nation der Extreme – welche die unterschiedlichsten, ja gar  ALLE Klimazonen eint.

Zurück auf die Gemarkung  7° 49′ 40.329″ O … Die harten Kontraste liegen nicht etwa nur ennet dem Athlantik. Heute Morgen war das Erwachen hier auf dem Berg ein komplett Anderes!

Zeigte vor vier Tagen noch der frühe Sommer sein süsses warmes Antliz… dass ich im Shirt draussen beim Lesen sass…


Liessen die Wettergötter dem Winter alle Tore offen stehen. Dieser kehrte prompt ein liess das Termoneter deutlich unter den Gefrierpunkt sinken und brachte 10 cm Neuschnee mit…


und jetzt – jetzt schneit es bereits wieder…

Das sind die harten Kontraste welchen ich mich mit meinem ganz persönlichen Alpaufzug aussetze… und bereits in Woche zwei – der erste Härtetest folgte…

Diese Meldung sandte ich natürlich wiederum über den Athlantik…

Es ist sooo schön hier zu sein.

…Schlüssel auf der Hand

…Schlüssel auf der Hand

 

14. April 2016

Schlüssel auf der Hand

Neue Kapitel (mit 13 Sternen) #8

Auf den Tag genau, 2 Jahre nachdem ich diesen Ort erstmals betrat, um mich Hals über Kopf in ihn zu verlieben, komm ich hier an… diesmal um zu bleiben.

Ein Winter liegt zwischen dem letzten mal und Heute. Unfassbare Vorfreude, ergreifende Emotionen, steter Wandel (was sonst), Pläne, Kompromisse, gewisse Anspannung, manchmal das puure Erstaunen… aber keine Unruhe, keine Angst, keine Zweifel.

Damals hat „meine Gastgeberin“ mir die Schlüssel auf die Hand gelegt… Diese gab ich ihr / nahm sie längst zurück. Was blieb ist diese Überzeugung, dieses Sehnen.

Heute liegen wieder Schlüssel auf meiner Hand… Sie haben zwar andere Voraussetzungen… aber sie fühlen sich in ihrer Bedeutung frei, erst wirklich vollendet an…

Hatte sie mir dieses Tor damals aufgestossen… Habe ich mir damit meinen Traum erfüllt…

⌛EXP.  12.04.16  

⌛EXP.  12.04.16  

12. April 2016

⌛EXP.  12.04.16 

Neue Kapitel (mit 13 Sternen) #8

Die letzten Jahre ging ich öfter fremd… gönnte mir tiefe Einblicke… flirtete jüngst mit vielen anderen Ideen und prüfte Engagements, „freelance’te“ nebenbei um anderen Philosophien zu begegnen. Wollte inspiriert werden. Wusste immer, dass es da draussen noch die Eine oder Andere gibt mit der ich intensive Erfahrungen sammeln und meinen Horizont erweitern kann. So wie einst, (es ist schon ein ganzes Weilchen her), als mich alle 2 – 3 Jahre nichts mehr hielt und es mich einfach weiterzog…
Nach dem ich mich mehr als 10 Jahre lang kreuzundquer durch viele Disziplinen hindurch ausbilden, studieren und weiterbilden liess – kam ich schliesslich hier an – und hier blieb ich. 

Die Zeit war also gekommen jetzt meine Erfahrungen einzubringen und mich auch um längerfristige Projekte zu kümmern.  
Davor war ich nicht etwa unstet, rast- oder gar planlos. Meine Entwicklung war ein Mix aus „Rucksack vollpacken“ wollen und Geduld haben müssen. Dass ich dann einem Haus mehr als 15 Jahre lang treu bleiben würde…(!), ohne diesem „Ziehen“ – welches ich gelegentlich verspürte – nachzugeben, das hätte ich selbst nicht gedacht. Die Bedingungen waren rundum einfach geradezu ideal –  es gab (noch) keinen Grund um weiterzuziehen. Kommt hinzu, dass ich mir damals „7 ruhige Jahre“ verordnete… ooookeeey… eigentlich meinem nächsten Umfeld „versprach“. Es ist wirklich ein gutes Haus in welchem ich Mentoren begegnete, die mich Wurzeln schlagen liessen. Sie bereiteten mir Möglichkeiten mich fachlich wie persönlich weiterzuentwickeln. Weiss ganz genau an wen sich meine grosse Dankbarkeit Heute richtet. Begann mich mit meiner Aufgabe – meinem Steckenpferd und dem Betrieb zu identifizieren und verwob schliesslich interdisziplinär… Derweil nahm ich mir weiterhin Zeit für das Schulzimmer – wenn auch mehr vor, als hinter der Schulbank… 

Der absolute „Durchbruch“ wollte dann nicht gelingen und die vielen Jahre Engagement zollten allmählich ihren Tribut… Der Spirit mutierte, lange unbemerkt, zu Pflichtgefühl… ich war längst über den Zenit… kam dem Ablaufdatum immer näher. Vor präzis einem Jahr stand ich dann noch vor den beiden Fragen;

„…nocheinmal einen Karrierekick suchen….und durch starten (?!?)“

„…das Ungewisse, die neue Herausforderung suchen (?!?)“

Ich entschied; mir gutes zu tun! 

Das heisst, das Streben nach (fachlich) immer höherem, wich dem Verlangen nach mehr Ausgeglichenheit. Achtsamkeit. Das besagte „Ziehen“ ist Heute ein Verlangen nach „Traum erfüllen“… um das zu tun… dem zu fröhnen… wonach mir der Sinn steht. Meinem Dasein – Lebensqualität zu geben! „Hoch hinaus“ gehen heisst Höhenmeter erklimmen… „Die Herausforderung – das Ungewisse“ wird sein, das kargere Leben in der Abgeschiedenheit zu meistern. So gesehen strebe ich (im Leben) unaufhaltsam weiter nach Höherem…  

⌛EXP. 12.04.16   

Ein Pelzchen für Dich…

Ein Pelzchen für Dich…

26. Februar 2016

Ein Pelzchen für Dich… 

Wie wenig es eigentlich bräuchte um in erfüllter Eintracht zu Leben…

…wie verletzlich eine solche Harmonie doch zwangsläufig ist…,

Argwohn keimt wo Glück gedeiht… (!)

Wie wenig es braucht um marktiefes Misstrauen in der Gemeinschaft zu schüren…

…welches dieses Fundament aus seinen Fugen zu heben vermag… auf dass es nie wieder ist wie es einmal war…

Die Feder aus der das folgende Märchen stammt ist nicht bekannt. Es könnte überall auf der Erde und zu jeder Epoche des Menschseins geschrieben worden sein…!

Weil es seine Gültigkeit nie verliert und ich mir wünschte es würde weniger Mission betrieben sondern stille Nächstenliebe gelebt, möchte ich hiermit jedem lesenden Wesen ein „Pelzchen“ überreichen. Einen lieben Gruss senden, ein Lächeln aus der Ferne zaubern, einen guten Gedanken mit auf den Weg geben…

Die kleinen Leute von Swabedoo

Vor langer, langer Zeit lebten kleine. Leute auf der Erde. Die meisten von ihnen wohnten im Dorf Swabedoo, und sie nannten sich Swabedoodahs. Sie waren sehr glücklich und liefen herum mit einem Lächeln bis hinter die Ohren und grüßten jedermann.

Was die Swabedoodahs am meisten liebten, war, einander warme, weiche Pelzchen zu schenken. Ein jeder von ihnen trug über seiner Schulter einen Beutel und der Beutel war angefüllt mit weichen Pelzchen. So oft sich Swabedoodahs trafen, gab der eine dem anderen ein Pelzchen. Es ist sehr schön, einem anderen ein warmes, weiches Pelzchen zu schenken. Es sagt dem anderen, daß er etwas Besonderes ist es ist eine Art zu sagen „Ich mag Dich!“ Und ebenso schön ist es, von einem anderen ein solches Pelzchen zu bekommen. Du spürst, wie warm und flaumig es an deinem Gesicht ist, und es ist ein wundervolles Gefühl, wenn du es sanft und leicht zu den anderen in deinen Beutel legst. Du fühlst. dich anerkannt und geliebt, wenn jemand dir ein Pelzchen schenkt, und du möchtest auch gleich etwas Gutes, Schönes tun. Die kleinen Leute von Swabedoo gaben und bekamen gern weiche, warme Pelzchen, und ihr gemeinsames Leben war ganz ohne Zweifel sehr glücklich und fröhlich.

Außerhalb des Dorfes, in einer kalten, dunklen Höhle, wohnte ein großer, grüner Kobold. Eigentlich wollte er gar nicht allein dort draußen wohnen, und manchmal war er sehr einsam. Er hatte schon einige Male am Rand des Dorfes gestanden und sich gewünscht, er könnte dort mitten unter den fröhlichen Swabedoodahs sein aber er hatte nichts, was er hätte dazutun können und das Austauschen von warmen, weichen Pelzchen hielt er für einen großen Unsinn. Traf er einmal am Waldrand einen der kleinen Leute, dann knurrte er nur Unverständliches und lief schnell wieder zurück in seine feuchte, dunkle Höhle.

An einem Abend, als der große, grüne Kobold wieder einmal am Waldrand stand, begegnete ihm ein freundlicher kleiner Swabedoodah. „Ist heute nicht ein schöner Tag?“ fragte der Kleine lächelnd. Der grüne Kobold zog nur ein grämliches Gesicht und gab keine Antwort. „Hier, nimm ein warmes, weiches Pelzchen,“ sagte der Kleine, „hier ist ein besonders schönes. Sicher ist es für Dich bestimmt, sonst‘ hätte ich es schon lange verschenkt.“ Aber der Kobold nahm das Pelzchen nicht. Er sah sich erst nach allen Seiten um, um sich zu vergewissern, daß auch keiner ihnen zusah oder zuhörte, dann beugte er sich zu dem Kleinen hinunter und flüsterte ihm ins Ohr: „Du, hör mal, sei nur nicht so großzügig mit deinen Pelzchen. Weißt du denn nicht daß du eines Tages kein einziges Pelzchen mehr besitzt, wenn du sie immer so einfach an jeden, der dir über den Weg läuft, verschenkst?“ Erstaunt und ein wenig hilflos blickte der kleine Swabedoodah zu dem Kobold hoch. Der hatte in der Zwischenzeit den Beutel von der Schulter des Kleinen genommen und geöffnet. Es klang richtig befriedigt, als er sagte: „Hab ich es nicht, gesagt! Kaum mehr als 217 Pelzchen hast du noch in deinem Beutel. Also, wenn ich du wäre: ich würde vorsichtig mit dem Verschenken sein!“ Damit tappte der Kobold auf seinen großen, grünen Füßen davon und ließ einen verwirrten und unglücklichen Swabedoodah am Waldrand zurück. Er war so verwirrt, so unglücklich, daß er gar nicht darüber nachdachte, daß das, was der Kobold da erzählte, überhaupt nicht sein konnte. Denn jeder Swabedoodah besaß einen unerschöpflichen Vorrat an Pelzchen. Schenkte er ein Pelzchen, so bekam er sofort von einem anderen ein Pelzchen, und dies geschah immer und immer wieder, ein ganzes Leben lang wie sollten dabei die Pelzchen ausgehen?

Auch der Kobold wusste das, doch er verließ sich auf die Gutgläubigkeit der kleinen Leute. Und noch auf etwas anderes verließ er sich, etwas, was er an sich selbst entdeckt hatte, und von dem er wissen wollte, ob es auch in den kleinen Swabedoodahs steckte. So belog er den kleinen Swabedoodah ganz bewusst, setzte sich in den Eingang seiner Höhle und wartete.

Vor seinem Haus in Swabedoo saß der kleine, verwirrte Swabedoodah und grübelte vor sich hin. Nicht lange, so kam ein guter Bekannter vorbei, mit dem er schon viele warme, weiche Pelzchen ausgetauscht hatte. „Wie schön ist dieser Tag!“ rief der Freund, griff in seinen Beutel und gab dem anderen ein Pelzchen. Doch dieser nahm es nicht freudig entgegen, sondern wehrte mit den Händen ab. „Nein, nein! Behalte es lieber,“ rief der Kleine, „wer weiß, wie schnell sonst dein Vorrat abnimmt. Eines Tages stehst du ohne Pelzchen da!“ Der Freund verstand ihn nicht zuckte nur mit den Schultern, packte das Pelzchen zurück in seinen Beutel und ging mit leisem Gruß davon. Aber er nahm verwirrte Gedanken mit und am gleichen Abend konnte man noch dreimal im Dorf hören, wie ein Swabedoodah zum anderen sagte: „Es tut mir leid, aber ich habe kein warmes, weiches Pelzchen für Dich. Ich muss darauf achten, daß sie mir nicht ausgehen.“

Am kommenden Tag hatte sich dies alles im ganzen Dorf ausgebreitet. Jedermann begann, seine Pelzchen aufzuheben. Man, verschenkte zwar immer noch ab und zu eines, aber man tat es erst nach langer, gründlicher Überlegung und sehr, sehr vorsichtig. Und dann waren es zumeist nicht die ganz besonders schönen Pelzchen, sondern die kleinen mit schon etwas abgenutzten Stellen.

Die kleinen Swabedoodahs wurden misstrauisch. Man begann, sich argwöhnisch zu beobachten, man dachte darüber nach, ob der andere wirklich ein Pelzchen wert war. Manche trieben es soweit, daß sie ihre Pelzbeutel nachts unter den Betten versteckten. Streitigkeiten brachen darüber aus, wie viele Pelzchen der oder der besaß. Und schließlich begannen die Leute, warme, weiche Pelzchen gegen Sachen einzutauschen, anstatt sie einfach zu verschenken. Der Bürgermeister von Swabedoo machte sogar eine Erhebung, wie viele Pelzchen insgesamt vorhanden waren, ließ dann mitteilen, daß die Anzahl begrenzt sei und rief die Pelzchen als Tauschmittel aus. Bald stritten sich die kleinen Leute darüber, wie viele Pelzchen, eine Übernachtung oder eine Mahlzeit im Hause eines anderen wert sein müsste. Wirklich, es gab sogar einige Fälle von Pelzchenraub! An dämmerigen Abenden fühlte man sich draußen nicht mehr sicher, an Abenden, an denen früher die Swabedoodahs gern im Park oder auf den Straßen spazieren gegangen waren, um einander zu grüßen, um sich warme, weiche Pelzchen zu schenken.

Oben am Waldrand saß der große, grüne Kobold, beobachtete alles und rieb sich die Hände. Das Schlimmste von allem geschah ein wenig später. An der Gesundheit der kleinen Leute begann sich etwas zu verändern. Viele beklagten sich über Schmerzen in den Schultern und im Rücken, und mit der Zeit befiel immer mehr Swabedoodahs eine Krankheit, die Rückgraterweichung genannt wird. Die kleinen Leute liefen gebückt und in schweren Fällen bis zum Boden geneigt umher. Die Pelzbeutelchen schleiften auf der Erde. Viele fingen an zu glauben, daß die Ursache ihrer Krankheit das Gewicht der Beutel sei, und daß es besser wäre, sie im Hause zu lassen, und dort einzuschließen. Es dauerte nicht, lange, und man konnte kaum noch einen Swabedoodah mit einem Pelzbeutel auf dem Rücken antreffen.

Der große, grüne Kobold war mit dem Ergebnis seiner Lüge sehr zufrieden. Er hatte herausfinden wollen, ob die kleinen Leute auch so handeln und fühlen würden wie er selbst, wenn er, wie das fast immer der Fall war, selbstsüchtige Gedanken hatte. Sie hatten so gehandelt! Und der Kobold fühlte sich sehr erfolgreich.

Er kam jetzt häufiger einmal in das Dorf der kleinen Leute. Aber niemand grüßte ihn mit einem Lächeln, niemand bot ihm ein Pelzchen an. Stattdessen wurde er misstrauisch angestarrt, genauso, wie sich die kleinen Leute untereinander anstarrten. Dem Kobold gefiel das gut. Für ihn bedeutete dieses Verhalten die „wirkliche Welt“!
In Swabedoo ereigneten sich mit der Zeit immer schlimmere Dinge. Vielleicht wegen der Rückgraterweichung, vielleicht aber auch deshalb, weil ihnen niemand mehr ein warmes, weiches Pelzchen gab. Wer weiß es genau? Dann starben einige Leute in Swabedoo. Nun war alles Glück aus dem Dorf verschwunden. Die Trauer war sehr groß.

Als der große, grüne Kobold davon hörte, war er richtig erschrocken. „Das wollte ich nicht“, sagte er zu sich selbst, „das wollte ich bestimmt nicht. Ich wollte ihnen doch nur zeigen, wie die Welt wirklich ist. Aber ich habe ihnen doch nicht den Tod gewünscht.“ Er überlegte, was man nun machen könnte, und es fiel ihm auch etwas ein.

Tief in seiner Höhle hatte der Kobold eine Mine mit kaltem, stacheligen Gestein entdeckt. Er hatte viele Jahre damit verbracht, die stacheligen Steine aus dem Berg zu graben und sie in einer Grube einzulagern. Er liebte dieses Gestein, weil es so schön kalt war und so angenehm prickelte, wenn er es anfasste. Aber nicht nur das: Er liebte diese Steine auch deshalb, weil sie alle ihm gehörten und immer, wenn er davor saß und sie ansah, war das Bewusstsein, einen großen Reichtum zu besitzen, für den Kobold ein schönes, befriedigendes Gefühl.

Doch jetzt, als er das Elend der kleinen Swabedoodahs sah, beschloss er, seinen Steinreichtum mit ihnen zu teilen. Er füllte ungezählte Säckchen mit kalten, stacheligen Steinen, packte die Säckchen auf einen großen Handkarren und zog damit nach, Swabedoo.

Wie froh waren die kleinen Leute, als sie die stacheligen, kalten Steine sahen! Sie nahmen sie dankbar an. Nun hatten sie wieder etwas, was sie sich schenken konnten. Nur: Wenn sie einem anderen einen kalten, stacheligen Stein gaben, um ihm zu sagen, daß sie ihn mochten, dann war in ihrer Hand und auch in der Hand desjenigen, der den Stein geschenkt bekam, ein unangenehmes, kaltes Gefühl. Es machte nicht so viel Spaß, kalte, stachelige Steine zu verschenken wie warme, weiche Pelzchen. Immer hatte man ein eigenartiges Ziehen im Herzen, wenn man einen stacheligen Stein bekam. Man war sich nicht ganz sicher, was der Schenkende damit eigentlich meinte. Der Beschenkte blieb oft verwirrt und mit leicht zerstochenen Fingern zurück.

So geschah es, nach und nach, immer häufiger, daß ein kleiner Swabedoodah unter sein Bett kroch, den Beutel‘ mit den warmen, weichen Pelzchen hervorzog, sie an der Sonne ein wenig auslüftete, und, wenn einer ihm einen Stein schenkte, ein warmes, weiches Pelzchen dafür zurück gab. Wie leuchteten dann die Augen des Beschenkten! Ja, mancher lief schnell in sein Haus zurück, kramte den Pelzbeutel hervor, um auch an Stelle des stacheligen Steines ein Pelzchen zurückzuschenken. Man warf die Steine nicht fort, o nein! Es holten auch nicht alle Swabedoodahs ihre Pelzbeutelchen wieder hervor. Die grauen, stacheligen Steingedanken hatten sich zu fest in den Köpfen der kleinen Leute eingenistet. Man konnte es aus den Bemerkungen heraushören:

Weiche Pelzchen? Was steckt wohl dahinter? Wie kann ich wissen, ob meine Pelzchen wirklich erwünscht sind? Ich gab ein warmes, weiches Pelzchen, und was bekam ich dafür? Einen kalten, stacheligen Stein! Das soll mir nicht noch einmal passieren. Man weiß nie, woran man ist: heute Pelzchen, morgen Steine.

Wahrscheinlich wären wohl alle kleinen Leute von Swabedoo gern zurückgekehrt zu dem, was bei ihren Großeltern noch ganz natürlich war. Mancher sah auf die Säckchen in einer Ecke seines Zimmers, angefüllt mit kalten, stacheligen Steinen, auf diese Säckchen, die ganz eckig waren und so schwer, daß man sie nicht mitnehmen konnte, Häufig hatte man nicht einmal einen Stein zum Verschenken bei sich, wenn man einem Freund begegnete. Dann wünschte der kleine Swabedoodah sich im geheimen und ohne es je laut zu sagen, daß jemand kommen möge, um ihm warme, weiche Pelzchen zu schenken. In seinen Träumen stellte er sich vor, wie sie alle auf der Straße mit einem fröhlichen, lachenden Gesicht herumgingen und sich untereinander Pelzchen schenkten, wie in den alten Tagen. Wenn er dann aufwachte, hielt ihn aber immer etwas davon zurück, es auch wirklich zu tun. Gewöhnlich war es das, daß er hinausging und sah, wie die Welt „wirklich ist“!

Das ist der Grund, warum das Verschenken von warmen, weichen Pelzchen nur noch selten geschieht, und niemand tut es in aller Öffentlichkeit. Man tut es im geheimen und ohne darüber zu sprechen. Aber es geschieht! Hier und dort, immer wieder.

Ob Du vielleicht auch eines Tages … ?

ISBN-978-3-925197-01-7 //

 Die-kleinen-Leute-von-Swabedoo

Partisch + Röhling

46° 12′ 48.613″ N / 7° 49′ 40.329″ O 

46° 12′ 48.613″ N / 7° 49′ 40.329″ O 

 

07. Februar 2016

46° 12′ 48.613″ N  / 7° 49′ 40.329″ O

Neue Kapitel (mit 13 Sternen) #5

Einmal quer durch die Schweiz…

„…was um Himmels Willen verschlägt Dich denn dort hin…(?!)“

Von

47° 42′ 19.959″ N / 8° 36′ 54.579″ O 


nach

46° 12′ 48.613″ N / 7° 49′ 40.329″ O 

Es kann los gehen!

Die Verträge sind unterzeichnet, die Kündigungen bestätigt. Der erwartete „Ämtermarathon“ für den Kantonswechsel bleibt aus. (Yesss!) Überraschenderweise scheint in der bürokratischen Konföderation Helvetiens nichts leichter zu sein als den Kanton zu wechseln. Nur wenige Formalitäten sind also noch zu erledigen. Der Umzug selbst wird keine grosse Übung. Was ich brauche findet fast auf meinem Rücken platz. Meiner Umsiedlung steht also nichts mehr im Weg…

Meine Söhne, Familie, Freunde und Bekannten… Alle sind sie informiert. Die Unterstützung ist überwältigend. Meine strengsten Kritiker hatte ich als erstes – noch vor meinen Jungs – informiert. Sie lasse ich mir stets auf den Zahn fühlen.

Sie freuen sich darauf mit mir als ihren Guide auf Bergtour gehen zu können 😊

Der Tenor der Reaktionen ist

„…Das wünscht sich doch jeder und Du? Du ziehst es durch… – …beneidenswert…“

„…Du hast echt Eier… !“ Gestern in der Früh dann, fuhr ich mit einem guten alten Kumpel aus Jugendzeiten im ersten Bus des Tages zum Bahnhof…

„Ein Bier muss sein bevor Du Dich davon stiehlst… klar?-“ sagt es, schweigt kurz und… „-…ich muss schon sagen, Du hast echt Eier…!“

So direkt hat mir bisher nur er gesagt, dass sich DAS nicht Jede/r zutrauen, zumuten würde… . Seine unverblümte Floskel mag eine Plattitüde gewesen sein. Aber sie reihte sich an eine zuletzt oft wiederkehrende Frage;

„…was um Himmels Willen verschlägt Dich denn dort hin…(?!)“

Ich neige zur Gegenfrage „warum denn nicht…?“ ich wandere ja nicht gleich aus und bin ich ja längst nicht der Erste der seine Koordinaten ändert und 270 Kilometer weit weg zieht… Was selbst auch keine Weltreise ist. Obwohl… (;

Das „Oberwallis“ ist zugegeben schon eine ganz andere Welt…

Geographisch, klimatisch, landschaftlich, politisch, konfessionell, sprachlich wie kulturell – jaaa… ganz generell, sind die beiden Regionen komplett gegensätzlich. Gerade mal die durchschnittliche Niederschlagsmenge und der Steuerfuss sind einigermassen nah beieinander.

Die Walliser gelten (sind) als erzkonservativ und sehr eigen (!), ihre Mentalität und Kultur ist eher als rau und distanziert – denn als herzlich und „weltoffen“ bekannt.

Mir ist bewusst, „Grüezini’s“, also „übrige Deutschschweizer“ (wie ich einer bin) haben es angeblich besonders schwer hier aufgenommen zu werden. Sich im eigenen Land solchen Widerständen gegenüber zu sehen, solches Eis zum schmelzen bringen zu müssen, ist wohl DAS was Klischeegläubige vom Einzug im Wallis abschreckt… In den vergangenen knapp zwei Jahren bin ich da (unvoreingenommen) auf Tuchfühlung gegangen. Dieser angeblichen „Verschlossenheit“ bin ich dabei (noch) nicht begegnet. Habe mich da stets Willkommen gefühlt. Ich fahre da nicht nur für ein Weilchen zu Besuch hin, sondern lasse mich da nieder. Mir ist sehr bewusst, es liegt an mir, mich als „Üsserschwiizer“, wie alle „nicht Walliser“ Eidgenossen genannt werden, einzugeben und zu integrieren. Da mach ich mir keine Illusionen und bin gefasst dass ich dabei auch einiges falsch machen kann und werde… . Anekdoten dazu folgen in späteren Beiträgen…

Soviel zu meiner Interpretation woher die einleitende Frage rührt. Um sie zu beantworten, werde ich mir Zeit lassen und dabei das Wallis und seine Vorzüge nach und nach hier in mindestens 13 Sternen potrtraitieren.

Jetzt aber kommt erst einmal der Umzug… nach
46° 12′ 48.613″ N / 7° 49′ 40.329″ O

46° 12′ 48.613″ N / 7° 49′ 40.329″ O     Vorfreude (der Prolog)

46° 12′ 48.613″ N / 7° 49′ 40.329″ O     Vorfreude (der Prolog)

06. Februar 2016

Vorfreude (der Prolog)

neue Kapitel (mit 13 Sternen) #5a

Die Vorfreude dehnt sich in mir aus, dass ich bisweilen richtig ungeduldig werde. Ich zerspringe fast – kann es kaum erwarten … Einerseits

Zugleich zieht auch eine gewisse Anspannung mit ein. Mit dem Jahreswechsel begann der Countdown die Zeit spürbar abzuzählen. Da streuten sich dann gemischte Gefühle ein. Ein nur schwer zu beschreibendes Gefühlsknäuel aus „Leinen los“… Aufbruchstimmung – Anker lichten und Loslassen – Tau einholen. Es gibt kein Halten mehr…

Meist bin ich der Kapitän welcher sein Steuer unbeirrt fest in Händen hält… „Entschlossenheit und Zuversicht“

mal der Seebär – der väterliche Veteran welcher mit dem Ablegen auch seinen Söhnen Mut machen will… „Stolz und Zufriedenheit“

mal der Matrose welcher im Hafen aus dem er nun ausläuft eine Liebe zurück lassen muss… „Wehmut“

manchmal aber auch ein wenig der Schiffsknappe der erstmals zur See fahren darf und keine Ahnung hat was ihn erwartet… „Aufregung“

So gesehen hat die „Reise“ etwas von „…einem fantastischem Abenteuer…“

Und schliesslich, egal wie akkurat man sich vorbereitet… mein Lieber Lehrer Leben lehrt mich; Ein Quäntchen Ungewissheit bleibt (immer)…

Mein THEATER

Mein THEATER

 

27. Januar 2016

Mein THEATER
Neue Kapitel (mit 13 Sternen) #4

(Hommage an einen Ort der mir gewiss fehlen wird)

Der X. Akt… 

Es ereignete sich unlängst an einem Samstag morgen… Zum X. mal schon betrete ich diesen Raum… Diesmal aber nach längerer Abwesenheit! Das Enseble hinter dem Tresen feiert eine Welle auf mein Erscheinen… WAAAAAAS (!?!) – ja was ist das für ein Willkommen sein… (DANKE!)
Hofknix & verneig.

Mein THEATER

Der 1. Akt…

Einst an einem strahlend schönen Donnerstag Nachmittag… stolperte ich da einfach so rein… Erwartete nichts als einfach rasch einen Espresso zu nehmen. So nahm ich also diesen Espresso und…
…nahm noch einen… und schliesslich noch einen… Verweilte gemütlich, damals auf der SonnenTerrasse.

Von diesem Ankommen an fühlte ich mich wohl hier. Die Equipe gab in diesem überfüllten Sommertheater eine wahrlich eisbrechende Vorstellung… ihr Claim;

anKOMMEN, wohlFÜHLEN, geniESSEN…

ist hier Programm. Das war gewiss nicht der letzte Akt dachte ich mir. Ich komme also wieder (!) in…


…Mein THEATER

2. bis X. Akt

Fand hier zwar eine schmucke, stilische und moderne Location – ein Café ganz ohne doppelten Boden vor imposanter historischer Kulisse. Vor allem aber traf ich auf ein sehr sympathisches, zuvorkommendes, herzliches „5 Gestirn“ welches eine wahre Show hinter den Tresen wirbelt. Gelassenheit mit Speed, gepflegter tadelloser Service mit frechem Charme, mit Anstand und einer gehörigen Portion Humor… nah am Gast. Die totale Harmonie performt von 5 sich schier blind verstehenden und gegenseitig pushenden Baristi.
Eine Crew welche allein das THEATER schon ist… (war).

Wann immer die Zeit mir eine Pause erlaubt setze ich mich her, inzwischen meist am erwähnten Tresen, geniesse meine Espressi „al banco“ … und fühle mich da längst nicht mehr als Gast, sondern als fester Komparse mitten in diesem THEATER. Schreibe darum gerne diese Hommage an…

…Mein THEATER

Letzter Akt (?)

Alles nimmt mal ein Ende…

Viele Ideen reiften hier aus Gedanken zu Entscheidungen, Unzählige (auch tiefgreifende) Gespräche ergaben sich – vertraut wie unter guten Freunden. So durfte ich miterleben wie junge Visionärinnen Pläne schmiedeten… wurde gar zu Rate gezogen und stets mit UpDates auf dem Laufenden gehalten… und sie haben meine Entwicklung ebenso miterleben können…

…Entwicklung ist nicht aufzuhalten… und da ist sie wieder… meine Überzeugung welche das Leben so spannend macht „Wandel ist die einzige Konstante…“

Unzählige Dialoge, Szenen, Momente des Wohlbefindens später endete die 1. Staffel… ist der letzte Vorhang über Mein THEATER, mit einem würdig dramatischen Finale, gefallen…  Die vier Hauptdarstellerinnen haben diese Bühne furios verlassen… Ihre lange Präsenz bleibt nicht ohne Nachhall. Die Prägung bleibt.

Ja und schliesslich hab auch ich, der Komparse „Gast – al banco“, während der selben Zeit mich anderswo um neue Rollen beworben und werde neues Parkett zu betreten… Meine Segel sind neu gesetzt… liege (nur)noch vor Anker… um bald, sehr bald abzulegen. Eine schöne THEATER-Zeit ist damit zu Ende geschrieben… Abschied nehmen gilt es auch hier.

Aaaber; Ich werde der Regie, der „Autorin“, welche hier weiter die Feder führt, dem etwas eigenwilligen Kreativ-Director und der selbstgezogenen Nachwuchs-Besetzung dieses THEATERS natürlich treu bleiben… Immer wenn ich künftig die Heimat anlaufe werde ich erst einmal hier vorbeisehen…

Die Show wird weitergehen…


Vorhang auf…

2. Staffel… 1. Akt
Mein THEATER

„…über alle Berge…(?)“

„…über alle Berge…(?)“

25. Januar 2016

„…über alle Berge…(?)“

Die neuen Kapitel (mit 13 Sternen) #3

Hätte mir vor etwas mehr als vier Jahren einer gesagt…

„Du wirst Dich auf machen…

…über alle Berge…“

Ich hätte ihn wohl ausgelacht…

Weil;

– ich hier in dieser Provinz zur Welt gekommen und aufgewachsen bin… meine „Wurzeln“ hier am Hochrhein habe… mein mittelalterliches Heimatstädtchen liebe…

– es damals für mich als Familienvater mit Einfamilienhäuschen, grossem Garten und super Job, keinen Grund gab einen solchen Schritt zu erwägen…

– die Bedingungen schlicht nicht (mehr*) gegeben waren…

„Sesshaft sein“ (!).

Werte wie Konstanz und Beständigkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit leben…

Das habe ich inzwischen gar „als Tugend“ herausgekehrt. Spätestens mit dem Eigenheim war Risiken einzugehen für mich kein Thema mehr. Abenteuerliche Gedanken, wies ich fortan von mir…

Schon, dass ich mich entwickeln, weiterkommen wollte… klar. Da geschah auch wirklich Einiges. Zum Teil auch mit viel Aufwand. Allerdings ohne wirklich etwas verändert, ohne die Komfortzone je wieder verlassen zu haben. Alles kontrolliert, kleinbürgerlich geordnet. Nichts Mutiges, nichts Verwegenes… Ich hatte mich geändert.

Manch LeserIn mag sich hier ertappt fühlen.

Glaubte am Ziel zu sein. Den Status Quo konservieren zu müssen um dieses „Glück“ verwalten zu können. Die Visionen wichen dem eigenen Trott und gingen darin verloren. An „Chancen“ schnupperte ich… nutzte sie aber bewusst nicht. Verwerflich war das gewiss nicht. Schliesslich ist nicht jeder Traum lebbar. Denke ich etwas länger darüber nach, komm ich jedoch zum Schluss; kurzsichtig wars schon. Ich traure hier jetzt bestimmt nicht dem Vergangenen nach. Erkenne einfach wo ich damals stand und steige der Frage nach „wie kam es dazu…?“

Wie ich mir nun Zeit nahm um in mich zu gehn, bemerkte ich, dass ich mich länger schon auf die „Rückreise zu mir“ begeben habe. Da stiess ich (nicht nur) auf den Träumer – den Abenteurer längst vergangener Tage in mir. Wühlte mit ihm nach Antworten und scharrte zugeschüttete Erinnerungen frei… das weckte vergessene wie vertraute Lebensgeister…

Das kennt ihr vielleicht auch.

„…über alle Berge…?“

Mein Herz schlug schon als ich ein kleiner Junge war für die Alpen… Dafür hatten schon meine Grosseltern gesorgt. Wenn ich mich erden will, (muss!), ziehe ich mich gerne tief in die Berge zurück. Unter „Fernweh!“ litt ich als Kind. Da hatte ich mich in die Thunersee-Region mit ihrer Bergwelt verliebt! Heimweh…? Heimweh hingegen kannte und kenne ich bis Heute nicht. Dieses zurückziehen zu pflegen vernachlässigte ich lange Jahre (sträflich!). In jungen Jahren konnte ich mir ein Umzug in die Berge sehr gut vorstellen. (*) Vor etwas mehr als zehn Jahren stand ich gar mal vor einer Entscheidung… die „Heimat“ mit Kind und Kegel zu verlassen… in Richtung Thun…

Damit stelle ich das mit den „Wurzeln in der Provinz“ wohl selbst etwas in Frage… und irgendwie auch wieder nicht. Es schlagen wohl zwei Herzen in meiner Brust…

„…über alle Berge…?“

Die Vorstellung, dass ich mich „…über alle Berge…“ auf mache, mich anderswo niederlasse ist demnach nicht so abwegig. Sie ist aufregend und inspirierend. Das Verfolgen dieses Gedankens dürfte die logische Konsequenz sein. Und seit jenem (wegweisenden) April hatte mich exakt dieser Gedanke nicht mehr losgelassen. Er hat begonnen sich wie ein Lebens-Wunsch in meinen Windungen einzubrennen. Vergangenen Sommer dann, während meinem Mini-Sabbatical, keimte daraus schliesslich ernsthaft dieser Plan und so fasste ich den Entschluss…

„Ich siedle um! … einmal quer durch die ganze Schweiz… Mache mich auf… über alle Berge!…“

Blick vom Balkon aus zum Brunegghorn