(Wasser auf die) Gedanken-Mühlen

(Wasser auf die) Gedanken-Mühlen

24. April 2019

(Wasser auf die) Gedanken-Mühlen

Es war kein Morgen wie jeder Andere. Ich wachte mit den Vögeln auf und als stäche mich der Hafer schien mich etwas ungeduldig nach Draussen zu zerren. Ohne zu zögern folgte ich diesem Ziehen. So brach ich noch in der Dämmerung in jenen nebligen März-Morgen auf. Stieg planlos in den Bergweg vor meiner Tür ein. Einfach mal der Sonne entgegen aufwärts treiben lassen.

Kaum unterwegs, der Weg vor mir nur wage gezeichnet, ward mir seltsam klar; …was mich da Nebulöses in mir treibt, wird sich mir Heute erschliessen. Nicht „nur“ Zuversicht, Gewissheit irgendwie.

So früh im Jahr lagen auf den Matten noch Schneefelder in welche ich einsame Spuren stapfte. Wenig überraschend verweigerten mir dann Lawinenkegel ein direktes Aufsteigen. Etwas tiefer zu queren gelang mir ebensowenig. Murgänge und Geröll hatten Bergwegen und Pfaden zugesetzt. Jeder Schritt verlangte meine volle Konzentration und die Vernunft wog jede Entscheidung gegen meinen Drang aufzusteigen ab. Kräfteraubend wie dieses „Anlaufen“ gegen die Natur mit der Zeit in den Beinen war, so anstrengend empfand ich bis dahin das Raunen der Gedanken. Schliesslich lehnte ich mich nicht mehr gegen den Berg auf und fügte mich ihm, um auf „Umwegen“ sicher in den Bannwald unter mir zurück abzusteigen. Allmählich durchdrang die Morgensonne die Nebelschleier und brach sich im Geäst der alten Lärchen als märchenhaftes Zwielicht. Ich hielt inne. Liess diese wärmende Flut an mir branden… Dankbar dieses Schauspiel erleben zu dürfen.

Hier folgte ich uralten Wässer-Wasserrinnen welche sich den steilen Hängen entlang schlängeln. Weiterhin liess sich keine „sichere“ Aufstiegsmöglichkeit finden. Winterschäden im Gehölz wiesen mich stattdessen wiederum in die Schranken. Sie „zwangen“ mich auf einen schmalen vergessenen Saumpfad auszuweichen welche man auf Karten vergeblich sucht und der sich bald auch in einem Dickicht zu verlieren schien. Meinte ich, mein Gedankenknäuel lichten zu können, lehrte mich mein lieber Lehrer Leben Heute erstmal eine Lektion Demut an der Natur und irgendwie auch an mir selbst.

Sackgasse? Ab drehen? Zurückkehren? Ein paar weitere Schritte wollte ich noch wagen um vielleicht in einer Felsstufe zu einer eingezeichneten Kapelle an einem Bächlein abzusteigen und rasten zu können. Duckte mich unter tiefliegenden Ästen durch und tauchte in einen längst verlassenen lichten Hain ein. Sein abschüssiger Grund war wohl rauh, wild, von dichten Wachholder und Heidelbeersträuchern bedeckt. Doch es herrschte eine eigenartige Ordnung in ihm. Diskrete Wegspuren liessen mich da mühelos das Felsplatteau und schliesslich den Einstieg in die Stufen finden. Da kündete mir das Plätschern im tiefen Tobel meine nahende Rast an. Es fühlte sich wie ein Geschenk, eine Belohnung an. Nur noch geduldig diese letzte Klippe überwinden. Da schimmert auch schon das Weiss der winzigen Kapelle inmitten dieser steilen Abgeschiedenheit. Sie liegt direkt unter mir, noch von wenig altem Schnee umgeben im Schatten dieser Senke und ruht da gepflegt in den Fels eingebettet. Der Bach kommt wild über Stufen fallend und bleibt hier wie kurz seicht liegen. Unter einem kleinen Holzsteg der ihn zur Kapelle hin überspannt geht er leise weiter um gleich danach in die klamme Schlucht abzustürzen. Dieser Steg weist zurück in die Zivilisation. Noch ist es aber nicht Zeit für mich. Hatte zu Beginn dieses Tages jeder Schritt spürbar meine Gedankenmühlen in Gang gesetzt, war ich längst im Moment angekommen. Das Ächzen zwischen meinen Ohren war dem Staunen und Lauschen gewichen.

Geniessen.

So bleib ich dem „Unwegsamen“ treu und suchte am Fusse dieser Fluh aufwärts verwilderte Trittspuren. Ich gelangte auf einen schmalen Saum welcher mit einem dichten rötlichen Lärchennadelteppich weich ausgelegt war. Nur wenige Schritte später, auf der lichten Anhöhe weitet sich die Enge. Da stiess ich auf einen seltsamen grossen flachen kreisrunden und verwitterten Stein, welcher an der Böschung in Grasbüscheln halb überwuchert lag. Um ihn freizulegen strich ich die trockenen Halme der Gräser und Seggen von seinen beschaffenen und zerfurchten Rändern. Ich fragte mich nach seiner Herkunft und Bedeutung. Mein Blick durchstreift die Lichtung um mich herum. Zu meiner Verwunderung lagen gleich mehrere solcher „Monoliten“ beidseits der Bachufer eingebettet in diesem Kleinod rund um eine alte stillgelegte Mühle und eine zerfallene Walke. Wie absichtlich dargeboten. Ich verstand, da fand ich mich inmitten einer Ruhestätte für abgewetzte Mühlsteine wieder. All diese Steine… sie erzählen schweigend irgendwie, jeder für sich, ihre eigene Geschichte. Ich sehe und höre das bewegte Treiben ihrer vergangenen Zeiten. Den Ersten legte ich frei, setzte mich auf das Auge in seiner Mitte und liess mich überrascht und umarmt vom Leben treiben. Meine Gedanken schweifen befreit aus.

Ergriffenheit.

Ihre Anwesenheit entfaltete symbolische Bedeutung in mir. Heute liegen sie nun also da. Liegen da für mein Gedankenkreisen und für jeden meiner Schritte an diesem Tag. Wie sie einst Korn fürs Leben, zerrieben meine Schritte während den vergangenen Stunden, schier unbemerkt, mein Gedankendickicht. Legten damit frei was mich jüngst umtrieb und mir die Sicht auf das Wesentliche zu versperren begann. Sie traten eine Welle von tiefgreifenden Fragen in mir los.

„Würde ich wirklich bereit sein, meine Freiheit all das Wundersame hier erleben zu dürfen, wieder aufzugeben…?“

„Kann es sein, dass ein paar lobende, schmeichelhafte Worte schon reichen um mich wieder von mir, von meinem (geglaubten) Kern wegzutreiben…?“

„Kann ich zulassen, dass die Bestätigung gewisser Attribute, die Wahl in ein Amt, an seine Stelle tritt…? Brauche ich eine solche Berufung um Bedeutung zu haben…?“

Unlängst hatte ich behauptet, bei mir angekommen zu sein und mich nie wieder los zu lassen. Hatte mich losgesagt davon, mich an Leistung und Erfolg zu messen. Meine Quelle sprudelte fortan über vor Energie. War leicht und wirklich frei! Nun hatten eine einfache Anfrage und eine Bitte, mich unversehens (wieder) dazu veranlasst meine Prioritäten erneut abzuwägen und mich dabei komplett in mir selbst zu verfangen. Bin ich also doch noch nicht annähernd genug „bei mir“, dass ich zulassen kann mich in eine solche innere Enge zu manövrieren… und mir zu drohen, meinen Schulterschluss mit mir zu brechen…? Nein!

Einsehen.

So trampten all diese Schritte Heute unaufhörlich heilsam Wasser auf meine Gedanken-Mühlen. Ich wandelte noch eine Weile hier zwischen den Steinen, rastete ausgiebig an ein morsches Mühlrad angelehnt. Erleichterung über diese Klarheit umfing mich. Meiner bewusst geworden machte ich mich auf den Heimweg mit der Gewissheit, dass ich es fliessen lassen kann… ohne mir untreu zu werden! Was auch immer noch kommen mag, ich entscheide mich für Mich.

Ich hielt Wort und so blieb stets Wasser auf meinen Gedanken-Mühlen…

Danke Dir lieber Lehrer Leben

(Freundschaft in) Vollendung

(Freundschaft in) Vollendung

30. Dezember 2016

(Freundschaft in) Vollendung 



…es gibt sie!

Zum Ende dieses Jahres könnte ich mich einfach, mit der Rechten auf dem Herzen, in einem Hofknix vor meinem Lieben Lehrer Leben verneigen und herzlich DANKE sagen. 

.

Da gibt es aber noch etwas…! 

Rückblende; Lange war ich unterwegs bis ich da ankam… Da, wo ich zuvor sehr lange nicht mehr gewesen war… Da, wo ich eigentlich auch nie wirklich lange bleiben konnte. Da, entschied ich, mich ein für alle mal hier nieder zulassen und zu bleiben… Bei MIR! Es kehrte Ruhe ein! Da war ich also, und bin geblieben. Richtete ich mich allmählich gemütlich zu Hause IN MIR ein. Geniesse seither das Leben mit all meinen Sinnen… Exakt da hat mich das Leben überrascht…  Mitteninsherz – Mittenausdemherzen! Unerwartet, so unverhofft wie unfassbar.

…wie ich im Beitrag Schritte festhielt…

…Dann erfasst Du mich mit voller Wucht, reisst Du mich mit, rüttelst mich auf, lässt mich und alles um mich herum beben… öffnest Du mich, erschreckst mich vor mir selbst… 

Der Autor©

Eine Begegnung – nicht gesucht aber gefunden! Wird erst möglich wenn Herz wie Geist sperrangelweit offen bleibt…

Eine Begegnung welche eine neue  Dimension in Tiefe, Vertrauen und Nähe – eine neue Stufe beschreibt…

Eine Begegnung welche uns Spiegel und Erkenntnis ist, dass wir, achtsam an uns selbst, wachsend bleiben… 

Eine Begegnung an welcher unser Lieber Lehrer Leben uns lehrt, dass wir längst mit der Feder unserer Selbstliebe schreiben…

Dieses Geschenk 

(machen wir uns selbst)

Ein Gegenüber – bleibt ganz und gar bei sich… …umarmt verliebt das Leben… 

…weicht nicht von ihrer Seite…

…fordert sich selbst heraus immerzu… 

…nimmt mich mit in jede ihrer Tiefen…

…lässt mich sie herausfordern immerzu…

Sind da bei uns und lehnen uns jederzeit ruhig aneinander an… 

…dieses Geschenk… machten wir uns selbst… in unserer Begegnung

Ein Gegenüber – lässt mich ganz und gar bei mir… …mich umarmen vom Leben… 

…mich nicht von meiner Seite weichen…

…mich selbst herausfordern immerzu… 

…begleitet mich in jede meiner Tiefen… 

…fordert mich heraus immerzu…

Sind da bei uns und laden uns jederzeit ruhig aneinander auf … 

…dieses Geschenk… , es gibt sie… die (Freundschaft in) Vollendung… 

Der Autor©

 

…Feder unserer Selbstliebe
 

Komm zu DIR und bleib…!

Komm zu DIR und bleib…!

17. Dezember 2016

Komm zu DIR und bleib…!

Nimm DICH an – leibhaftig, nackt und unverziert… 

kein Gewand kann die Lüge verhüllen, welche DEIN Bild im Spiegel trägt…

DEINE Unebenheiten, Furchen und Narben, nimm sie alle unbeirrt… 

DU kennst sie gut… die Wasserzeichen, welche Dir das Leben prägt…

Das DU Dich erst DEIN ICH erfahren lässt 

DEIN Herz durch DICH dann glänzt und

DICH erst so, wahrhaftig, im ICH erlebt…

das DU Dich niemals ergänzt 

sondern stets zum ICH erhebt…

dann grenzenlos DEIN ICH darin erwächst…(!)

DEIN wahrer Grund – Wert, Held sei allein für DICH…

schliess in DEIN Herz… das ICH in DIR, es lebt erst wenn und weil DU es liebst.

Was am Ende DIR stets treu ergeben blieb – DIR nie von DEINER Seite wich… 

…noch im letzten Atemzug… sei DIR gewiss, DU warst bei DIR und bliebst… 

Herzlich ICH 

Schritte

Schritte

17. Oktober 2016

Schritte

Lieber Lehrer Leben…

…Du BIST! Du bist in jedem meiner Schritte! Du lässt mich sie alle gehen… die Kleinen, die Grossen, die Bedächtigen, die Hastigen, die Bewussten, die Gedankenlosen,

Du lässt mich immer wieder die Selben wiederholen – mich meinen Ritualen und Mustern frönen. Lässt mich zögerlich zaghaft mir fremden Grund abtasten, lässt mich stehen bleiben, innehalten… lässt mich mich umdrehen, zurück oder in die andere Richtung gehen. Meist bist Du einfach… still und unsichtbar lässt mich gewähren, mich stramm oder genüsslich MEINEN Weg bahnen. Bringst mich weiter, lässt mich bei mir ankommen…! Lässt mich nie vergessen, dass Du bist. Und wenn die Zeit kommt…
…wie in diesen Tagen! Dann wenn ich ganz bei mir bin… (!) Dann erfasst Du mich mit voller Wucht, reisst Du mich mit, rüttelst mich auf, lässt mich und alles um mich herum beben… öffnest Du mich, erschreckst mich vor mir selbst… lässt mich im Vertrauen in Dich blind rücklings ins Leere oder mir Unbekannte springen… mich mit Anlauf Türen rammen… und gewährst mir so Einlass in die Hallen meiner unbefragten Antworten… Da wird es wieder Still, da kehrt die Ruhe wieder ein… da bleibe und verharre ich nun für eine Weile. Geniesse, lasse wirken was Du mir zeigst, mich auf meinem Weg erfahren, empfinden und eben annehmen lässt…
Da lausche ich meiner Schritte… der Bewegung in mir…

 

Die Ruhe ist die Bewegung in sich Selbst

Laotse

 

Weitsicht

Weitsicht

02. Oktober 2016

Weitsicht

…die Nebel haben sich längst gelichtet  –  mein Sein in jedem Herzschlag ein Segen

…den Blick auf meinen Weg gerichtet  –  kann getrost mich hart dem Wind entgegen legen

…umarmt mich die warme Brise Offenheit  –  das Vertrauen lässt mich treiben im Leben ‚was‘ da fliesst

…welch Geschenk (!) dann diese Begegnung  –  die sie mir die Weitsicht in und um mich erschliesst…

Lieber Lehrer Leben…

…fasziniert und tief dankbar

 …den Moment „nicht aufzugeben…“

…die Begegnung „anzunehmen…“

…Achtsam sein heist „LEBEN…“

Der Autor©

„…DU“

„…DU“

03. Juni 2016

„…DU“

Diese Tage bin ich oft berührt und angetan…  darf an vielen Gedanken und Fragen Teil haben… 

Ich schätze diese Wort-Begegnungen sehr… Der Austausch lässt anderswo vielleicht Energien frei und Ideen keimen… bewegt und beruhigt… Es entstehen Gespräche fast so als sässe man sich unmittelbar vis à vis…

Damit schliessen sich hier kleine und grosse Kreise in mir. Denn, neulich hat jemand mich mit ihren Fragen dazu „eingeladen“ in meiner WP-Zeit weit zurück zu blättern – …

2013…Ein Weilchen nach meinem „Aufbruch“ – stieg ich unerfahren mit einem Blog ein… ohne Erwartungen daran, aber getrieben hinter Antworten auf meine Fragen her. Bald geschah für mich Unwirkliches… es entstand Raum der ganz persönlichen Begegnung… Begleitet und gehalten von einer schreibenden Stimme aus der Ferne, wurde ich angelesen, gehalten ja aufgefangen… war ich nicht allein. Unendlich Dankbar, weiss ich um den unschätzbaren Wert dieser „kleinen virtuellen Bühne“…

Nun also, viele Zeilen, Pausen, Reisen in und um mich herum später, sitze ich da unterhalte mich weiter… die Fragen und Gedanken welche mich damals umtrieben bewegen Heute Andere, in gleicher Intension und mit dem selben Verlangen nach Licht… wie mich damals. Haben meine Stürme sich längst gelegt, nehm ich mich der wogenden Fragen an das Leben – mit anderer Voraussetzung – sehr gerne weiter an… 

Habe ich zu mir zurück gefunden und konnte ich seither meinen Weg konsequent gehen, ohne je wieder aus der Ruhe zu geraten. Stelle ich mich doch immer den mir im Spiegelbild begegnenden Fragezeichen… Da gibt es keine Illusion, mich bewusst gemahnt „kann mich wieder verlieren…!“ Halte ich Heute fest… 

„es gibt nur eine einzige Person welche Dein Leben ändern kann – …DU

Achtsamkeit ist „Sein…“

darin verweilen ist „bei sich ankommen…“

das Erkennen ist „Aufbruch… !“

Der Autor©

❤️lich Willkommen

❤️lich Willkommen

22. Mai 2016 

❤️lich Willkommen

Neue Kapitel (mit 13 Sternen) #14

Es braucht manchmal ja echt nicht viel…

Heute Mittag chille ich vor meinem Chalet in der Sonne und verfasse relaxt den vorherigen Beitrag… 

Da kommt die kalte Schnauze von Bruno – dem Juralaufhund meiner Nachbarin ums Eck… – Hinter ihm, an der straffen Leine bringt er sein Frauchen mit…

Sie bringt mir spontan ein Stück Apfelkuchen mit… Sie habe sich von vergangenem Sommer daran erinnert, dass ich den so gerne mag… Sagt sie … ☺️ 

Sie blieb dann kurz zum Kaffee und wir plauderten einige Minuten eh sie mit dem Hund wieder aufbrach…

Was gibt es für ein schöneres Willkommen… als einen spontanen aufmerksamen Besuch der Nachbarin…?


Ich bin angekommen… 

…endgeil !

…endgeil !
Heute 06:07 Morgenpanorama zwischen Heiligkreuz bis St.Peter & Paul

 06. Mai 2016

…endgeil !

Neue Kapitel (mit 13 Sternen) #12

Manches im Leben ist „gegeben“…, scheint vorgezeichnet und/oder ergibt sich zwangsläufig als eine Unabwendbarkeit, eine Gesetzmässigkeit, ein „notweniges Übel“…  naturgegeben oder nicht.

Schweife hier kurz ab – werfe einen kurzen Blick in die Antike auf eine Notiz die mich oft schon schmunzeln liess…  

„Heiraten ist, wenn man’s bei Licht besieht, ein Übel, ein notwendiges Übel.“ 

Ménandros (Menander)

Dieser – eher mit einem antiken Augenzwinkern – denn ernst gemeinten Seitenhieb an die Frau – unterschreibt noch Heute so Mancher und er zeigt eben auf, Übel hin oder her, man lässt/liess sich doch (sehr gerne) darauf ein. 

Damit aber zurück zu einem (meinem) alltäglichen Mühsal, notwendigen Übel, welches am Ende  doch Jeder – Tag für Tag – (und im Grunde sehr gerne) auf sich nimmt… Das frühmorgendliche „raus und auf Arbeit müssen (dürfen)…“ Ohne Arbeit kein Arbeitsweg. Dem (dürfen)… gehört also die Beachtung! 

Hier oben im Oberwallis darf ich bereits seit einigen Tagen arbeiten. Tag für Tag nehme ich diesen Arbeitsweg in Angriff. Der Winter wird mir hier gnadenlos seine harsche Seite zeigen – dessen bin ich mir bewusst. Werde ich als Neuzugezogener, als „Üsserschwiizer“ gefragt „…und wo wohnst Du…?“ schreckt meine Antwort oft selbst die Hiesigen und Einheimischen Oberwalliser! Ein ungläubiges Staunen 😳 durchfährt so manches Gesicht. „wie…?“ „Nein… ist nicht wahr oder…?“ „…wer tut sich das an…?“ „Du verarscheisserst mich jetzt…?“ oder „…allein der zehrende Arbeitsweg… sich den antun zu müssen… undenkbar!“

Doch! Eben allein mein Arbeitsweg… sich diesen antun zu dürfen ist unfassbar…! Ein Segen, eine Belohnung das erleben und geniessen zu dürfen. Einfach nur Befreiend. 

Mag sein, vielleicht habe ich eine ganze Wand draussen. 

Aber ich suchte bewusst dieses Extrem… Wer hier oben Leben will, muss (nicht nur) diesen Arbeitsweg in Kauf nehmen… Will mich „klein“ fühlen – nicht so wichtig nehmen dürfen. Dafür werd ich mich auf den Berg einlassen, an ihm wachsen… 

Das „bequeme Leben“ hatte mich ausgezehrt… nicht glücklicher gemacht. 

Was ich im Leben auf mich zu nehmen –  an grossen Entscheidungen zu treffen bereit bin, das entscheide ich mit Herz und Seele… Was daraus erwächst ist ganz allein, meinem Kopf meinem positiven Denken überlassen.  
Wie gesagt, allein mir dieses alltägliche Mühsal, dieses notwendige Übel, diesen „Arbeitsweg“ antun zu dürfen ist unfassbar…! Unvergleichlich, einfach nur… 

…endgeil… !


Die letzten 60 Sekunden meines spektakulär schwindelerregenden  Arbeits- / Heimweges

Die Gondel zieht mich auf die „Flüo“ (Flüh) wo ich zu Hause bin. Oben auf der Flüo – auf der Klippe, sind die Häuschen (Hiischji) – mein zu Hause – und Stadel sichtbar…

Harte Kontraste

Harte Kontraste

01. Mai 2016

Harte Kontraste

Neue Kapitel (mit 13 Sternen) #11

Als ich vor 2 Wochen hier her gezogen bin, habe ich nach und nach auch jenen „fernen Freunden“ eine Adressänderung geschickt mit welchen ich zwar regelmässig aber halt nur einmal im Jahr kurz Kontakt pflege.

So mailte ich Nachts (Ortszeit) nach Buenos Aires… Ein alter Freund hatte Argentiniens Metropole vor vielen Jahren zu seiner Wahlheimat gemacht… Einmal im Jahr kann er für zwei Wochen in die Schweiz fliegen um hier Urlaub zu machen… Familie und Freunde zu treffen… Mehr Ferien stehen Ihm in Argentinien nicht zu.

Vergangenen Sommer dann verpassten wir uns jedoch. Gönnte mir da meine wegweisende Auszeit… 

So sandte ich ihm nun also meine „Grüsse aus der Schweiz“ nach vollendeten Tatsachen über das grosse Wasser. Mit dem ersten Foto welches ich am Morgen nach dem Umzug aus meinem Schlafzimmer gemacht hatte, kündete ich ihm „Meine Wahlheimat“ an.


Binnen weniger Stunden hat er sich aus dem Molloch der 2 Millionenstadt gemeldet und mir seine Liebe zum Wallis gestanden… und mir dann – per WhatsApp „seinen Blick aus dem Fenster“ geschickt…

„Die Aussicht kann ich leider nicht toppen…“

Als krasses Gegenteil widerspiegelt sein Foto aber den Reiz des Grosstadtsumpfes und ich verharre kurz in diesem endlos wirkenden spärlich begrünten Strassenzug… Welche Gegensätze!

Tatsächlich mag dieser SnapShot Buenos Aires und seines gleichen repräsentieren, nicht aber Argentinien als Ganzes! Ist es doch die Nation der Extreme – welche die unterschiedlichsten, ja gar  ALLE Klimazonen eint.

Zurück auf die Gemarkung  7° 49′ 40.329″ O … Die harten Kontraste liegen nicht etwa nur ennet dem Athlantik. Heute Morgen war das Erwachen hier auf dem Berg ein komplett Anderes!

Zeigte vor vier Tagen noch der frühe Sommer sein süsses warmes Antliz… dass ich im Shirt draussen beim Lesen sass…


Liessen die Wettergötter dem Winter alle Tore offen stehen. Dieser kehrte prompt ein liess das Termoneter deutlich unter den Gefrierpunkt sinken und brachte 10 cm Neuschnee mit…


und jetzt – jetzt schneit es bereits wieder…

Das sind die harten Kontraste welchen ich mich mit meinem ganz persönlichen Alpaufzug aussetze… und bereits in Woche zwei – der erste Härtetest folgte…

Diese Meldung sandte ich natürlich wiederum über den Athlantik…

Es ist sooo schön hier zu sein.

Here I am… „Abenteuer-Umsiedlung“

Here I am… „Abenteuer-Umsiedlung“

27. April 2016

Here I am… „Abenteuer-Umsiedlung“

Neue Kapitel (mit 13 Sternen) #10

Er ist vollbracht! Mein 7. Umzug.

Mein „Abenteuer-Umsiedlung“. Dazu lose Gedanken aneinandergereiht.

Wer kennt sie nicht, die Umtriebe rund um einen Umzug… ? Manchmal gleicht so ein Umzug logistisch ja einem wahren Herkules-Akt. Je nachdem wie gross der Haushalt ist, wie lange man an einem Ort lebte, wieviel Anteil „Messi“ in einem wohnt, über welch engen zeitlichen Horizont man verfügt, wird er zu einer echten Herausforderung… Aber was erzähl ich euch… (?) Je nach dem, von wo nach wo der Domizilwechsel geht… ist er gar abenteuerlich…

Aus der nördlichsten Provinz des Landes… von knapp 500 M.ü.M. …

über alle Berge… – 271 Kilometer weiter Südwestlich – ins Bergdorf auf 1350 M.ü.M.


Frühe Vorbereitung verschafft Übersicht, verleiht Ruhe, spart Zeit und schränkt „Väterchen Zufall“ den Raum ein. Wenn auch (oder eben genau weil…) böse Überraschungen und Pannen nicht auszuschliessen sind. Diese verträgt es dann wenigstens ohne dass das Chaos ausbricht. Deshalb lebte ich lange schon im „brauchich-brauchichnicht…-Modus“ zwischen Umzugskartons und Entsorgungsboxen. Zelebrierte diese „Zeit des Ausmistens“. Blieb dabei an so manchem Müsterchen in Erinnerungen hängen…, wie gut, dass ich so lange Zeit hatte. Wollte mich damit auch soweit wie irgend möglich „reduzieren“! Das heisst – wie ich schon einmal erwähnt hatte… „alles was nicht auf meinen Rücken passt“ bleibt wo es ist… oder wird entsorgt.

Der Umzug sollte ja keine grosse Sache werden. Soweit der Vorsatz und meine Einschätzung vor wenigen Monaten.
Nun geht es ja auf den Berg… (!). Bin nicht motorisiert – auf ÖVM (Gondel und Bahn) angewiesen. Einkäufe (gerade Lieferung für Einrichtung und Möbel) sind da erschwert, die Preise gewisser Dinge fast höher als die Berge welche das Dorf umstellen und der Winter wird hart. Der Weiler in welchem ich mich niederlasse, kann ausserdem durch drohenden Lawinenniedergang von der „Aussenwelt“ abgeschnitten werden… Ergo hab ich mir im Vorfeld noch reichlich „Vorräte“ aus benachbartem Grenzraum zugelegt welche mir das entspannte Ausharren hier oben möglich machen sollen. Nein, Keine Panik (!) – akkurate Vorbereitung eben. (by the way – 3 Ster (=ca. 3 m³) Brennholz in 1 Meter Spalten für den kommenden Winter sind bereits bestellt… )

Bald einmal war mir klar,

„Mein Rücken“… muss fast dem Volumen eines Mercedes Benz Sprinters mit Superhochdach entsprechen. Daaas gibt doch mehr zu tun… Soviel also zum Vorsatz… 😂

„Möbelpacker“ mögen einen vom buckeln des Haushaltes erlösen… dafür müsste aber das Portemonnaie die Auslagen stemmen… Mehr spasseshalber liess ich mir eine Offerte für das „Zügeln“ (CH für Umziehen) erstellen mit diesen Angaben;

  • 2 1/2 Zimmer Whg. 
  • 271km Fahrtkilometer ein Weg  = mindestens 4 Stunden
  • auf dem Berg 80 Meter zu Fuss in steilem Terrain z.T. ohne Weg… bis zum Chalet
  • Chalet mit 3 Etagen – Möbel zum Teil über Fassade einbringen…

erhielt ich, nicht überraschend, eine (unverbindliche!) Richtofferte über einen dreifach vierstelligen Betrag…

Ich sah meine „Jung-Mannschaft“ schon Zähne knirrschend am Berg stehen… Meine Söhnemänner (und mein „BF“) haben jedoch keine Sekunde gezögert. Die „Umsiedlung“ geht nicht in fremde Hände – bleibt unter uns. Derweil konnte ich uns noch einen modernen Maulesel als „Zügelhilfe“ am Berg organisieren…

Freitag 18:00 traf also ein wer konnte und wir luden den Wagen… Zu unser aller „Freude“ goss es bald wie aus Eimern… und der Tag erlosch rasend schnell unter diesem tief verhangenen Himmel. Im dunkeln Nass wurde „das Tetris im Transporter“ dann natürlich zu einem reinen Kompromiss. Egal. 22:40 Ladung gesichert… Mannschaft zwischenzeitlich komplett.
Die kurze Nacht schlugen wir uns, in der bis auf das rote Sofa leergeräumten Wohnung, im Schlafsacklager um die Ohren… Schattenspiele und „ich seh ich seh -was Du nicht siehst…“ inklusive…

Die Abfahrt 06:00 wurde dann durch nicht weckbare Kizz und eine kurze Suche nach dem Wagenschlüssel knapp vereitelt… Wir schalten also einen Gang höher, drehen den Sound voll auf! damit er unsere Schlafminen entknittere… scheren bei der ersten Tanke noch einmal raus um fett „Frühstück-ungesund“ – Heisse Schockolade, Croissant’s, Espressi und Überaschungseier zu laden. Ab gehts!

Vernunft über Geschwindigkeit… ! Der Dauer-Regen sorgt für heftiges Aquaplaning im Alsphalt-Wasserpark der Schweizer N1. Bei diesen doch schwierigen Bedingungen kommen wir überraschend gut voran. Keine Unfälle oder andere Hindernisse… Die Ladung hält. Nach Bern beruhigt sich die Wetterlage allmählich und der Zeitverlust bleibt bis zum Autoverlad – nach 4/5 der Strecke – unter einer Stunde. Und wir haben Glück, es gibt da auch kaum Wartezeit. Unser Benz-Sprinter, ein monströses Vehikel verglichen mit dem Renault Clio vor uns, passt spielend auf die Bahnwagons welche gar Reisebusse schlucken mögen. Der Himmel ist tief verhangen, grau und nass – Lötschberg wirkt fast gespenstisch als wir anrollen… ein unwirkliches kindliches Gefühl von Spannung und Abenteuer umfängt mich… neben mir meine Jungs… Diesen Moment der Ergriffenheit behalt ich für mich… und lass in wirken für die Zeit in der wir durch den rabenschwarzen Lötschbergtunnel donnern…

46° 12′ 48.613″ N / 7° 49′ 40.329″ O

Ein knappe Stunde später ist der Weg fast geschafft… Der Himmel über meinem neuen zu Hause ist noch unentschlossen – es reisst zwar stark auf, aber seltsames fast schon gewittriges Licht flutet das Panorama… Der nächste Wolkenbruch scheint nicht weit… Es „schont“ noch bei Ankunft auf dem Berg… das Terrain ist zwar feucht aber fest… Also bloss keine Zeit verlieren…


Die schweren Kisten braucht niemand den Berg hinunter zu tragen. Dafür ist der erwähnte Maulesel „Rocky“ – ein Raupen-Transporter – die hier oben unverzichtbare motorisierte Hilfe für alles zuständig.


Die Einrichtungsteile müssen aber doch mit Manneskraft eingebracht werden. Die drohenden Regengüsse sind uns im Nacken… weshalb erstmal alles ins Wohnzimmer verstaut wird… Hektik kommt dabei aber keine auf. Ausser kurzen Schauern gleich zu Beginn des Abladens bleiben wir und die Habseligkeiten sogar trocken… uuund werden mit wärmenden Sonnenstrahlen belohnt. Daas ist eben auch das Wallis… – die Sonnenstube der Schweiz.


Und so endet ein superlanger Tag – erfolgreich ganz ohne Pannen… Bei einem leckeren Abendessen beim Italiener lassen wir es uns schliesslich noch einmal verdient gut gehen…

Hier bin ich also…

DANKE DANKE – ❤️ HERZLICHEN DANK JUNGS 😘 und  „BF – Mac“ -GHETTO👊🏻

FÜR EURE RIESIGE UNTRSTÜTZUNG – IHR SEID UNGLAUBLICHE KLASSE !

HOFKNIX UND VERNEIG☺️