26. Mai 2016

17° C Schnee (ein erster Augenschein)

Neue Kapitel (mit 13 Sternen)#15 

Tourenbericht… #1

Seit ich vor 5 Wochen her gekommen bin, spüre ich ein Ziehen in den Füssen… eine gewisse Ungeduld… Die Vorfreude auf die kleinen und grossen Berg-Touren! Es ist herrlich motivierend dieses Kribbeln beim Anblick dieser unvergleichlichen Umgebung… Dieser muss ich aber noch tapfer wiederstehen. 

Meine Fitness lässt noch zu wünschen übrig. Für mehrtägiges alpines oder gar hochalpines Programm reicht sie nicht ohne weiteres aus. Heisst;

Step by Step! Erstmal ist geduldig akklimatisieren angesagt. So gut es halt geht Höhe gewinnen… sozusagen. Touren über die 4000er Grenze (T5 – T6) sind nicht damit zu vergleichen was ich bisher zwischen 2400 und 3300 Metern (T3 – T4) bewältigte. Kommt hinzu, dass ich auf diesen Höhen zu verweilen beabsichtige. Eine längerfristige Adaption an die grossen Höhen ist aufwändig und unumgänglich – aber absolut möglich. Eine vollständige Akklimatisierung fällt statistisch gesehen dem Betagteren (wie mir) leichter als Jungen… Um die selbe Leistung zu erbringen muss ich allerdings härter trainieren. Keine Illusionen: Selbst bei bestem Training ist nicht sicher, dass sich die 4000er von mir begehen, besteigen und überqueren lassen. Bedingt akurate Vorbereitung. Bedeutet langes und gezieltes Höhentraining… sehr viel Gedankenarbeit. Zum Einen das Studium von Kartenmaterial, Routen und Tourenprofilen, Erfahrungsberichten, Bulletins und Wetterdaten. Zum Andern von (Patho-)Physiologie, möglichen Prophylaxen und „Therapien“ / Verhalten im Fall von auftretenden Symptomen, Metheorologie, Gletscherkunde und Ernährungslehre… 

Die Theorie kann ich von überall bequem online erarbeiten oder repetieren. Die „Knochenarbeit“ werde ich, neben dem Training dann direkt am Berg leisten müssen. Denn nur in der Praxis werde ich, mein Verhalten an den (ungeahnten) Grenzen des eigenen Körpers und Geistes, mich als limitierenden (Risiko-)Faktor, kennen und akzeptieren lernen. Ich als Organismus. Meinen Methabolismus, Energiehaushalt, Kreislauf, meine Atemtechnik, meine Reserven, das Zusammenspiel von Physis und Psyche… Da kenn ich mich schlicht noch nicht ausreichend.

Ich muss mich als Anfänger bezeichnen. Beginne quasi bei Null. Und als eine solche Null bin ich dann vergangenen Samstag auch gestartet – um einen ersten Augenschein zu nehmen von den Bedingungen wie sie hier im Frühjahr sind. 


Der Aufstieg in den frühen Morgenstunden… Als erster Mensch seit Monaten auf der Route 

 „störe“ als erster die Steinböcke… 

…steige über und unter „Winterschäden“ durch die Lärchenwälder oberhalb der Schalb-Alp…

Raste an aperer Stelle wo der Embd-Bach erstmals zum Vorschein tritt – hier oben liegt er bis auf 2200 Meter hinunter noch meist unter einem Meter Schnee verborgen. 

…zeichne erste Menschenspuren auf den Lawinenniedergängen…

und in die Schneefelder unterhalb Augstbordstafel

Die steilen Hänge sind noch unwegbar bedeckt. An eine Begehung ist allein nicht zu denken. 

Also stosse ich auf dem Saum des Schneefeldes – in sicherem Abstand parallel zum bedeckten Bachbett noch einige Höhenmeter in Richtung Pass vor…


…schliesslich ist die Schneedecke geschlossen… 


Gegen Mittag herrschen an der Sonne 17° C auf etwas mehr als 2400 Metern… Das lädt zum verweilen ein… Einatmen, ausatmen… einstimmen auf was ich mir vornahm… Eh ich mich auf den herrlichen Rückweg begebe. 

Das war das Vorsondieren auf mir zwar sehr vertrautem Terrain, aaaber, mit komplett neuem Fokus. 

Das fühlt sich anders, Ja, ganz anders an… Aufregend und bereichernd zu gleich… 

17° C Schnee (ein erster Augenschein) 

Fortsetzung folgt…

16 Gedanken zu “17° C Schnee (ein erster Augenschein)

      1. genial….wenn ma s’Paradies vor der Hustür hät… i dem Fall bisch viel unterwegs? was isch es was dir gfallt djussa? d’Natur? s’Alleisii? d’Bewegig?
        übrigens…din Blog isch spannend zum lesa, ma will all mea und mea wüssa 😉

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      2. i bi grad i der andera Richtig Dahei…. drum isch da mit em Bündnerland scho fast richtig gsi.
        es schiint mir du magsch d’Nacht o gärn … oder häsch o Nachtwach gschaffet und bisch drum im falscha Rhytmus?

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