27. April 2016

Here I am… „Abenteuer-Umsiedlung“

Neue Kapitel (mit 13 Sternen) #10

Er ist vollbracht! Mein 7. Umzug.

Mein „Abenteuer-Umsiedlung“. Dazu lose Gedanken aneinandergereiht.

Wer kennt sie nicht, die Umtriebe rund um einen Umzug… ? Manchmal gleicht so ein Umzug logistisch ja einem wahren Herkules-Akt. Je nachdem wie gross der Haushalt ist, wie lange man an einem Ort lebte, wieviel Anteil „Messi“ in einem wohnt, über welch engen zeitlichen Horizont man verfügt, wird er zu einer echten Herausforderung… Aber was erzähl ich euch… (?) Je nach dem, von wo nach wo der Domizilwechsel geht… ist er gar abenteuerlich…

Aus der nördlichsten Provinz des Landes… von knapp 500 M.ü.M. …

über alle Berge… – 271 Kilometer weiter Südwestlich – ins Bergdorf auf 1350 M.ü.M.


Frühe Vorbereitung verschafft Übersicht, verleiht Ruhe, spart Zeit und schränkt „Väterchen Zufall“ den Raum ein. Wenn auch (oder eben genau weil…) böse Überraschungen und Pannen nicht auszuschliessen sind. Diese verträgt es dann wenigstens ohne dass das Chaos ausbricht. Deshalb lebte ich lange schon im „brauchich-brauchichnicht…-Modus“ zwischen Umzugskartons und Entsorgungsboxen. Zelebrierte diese „Zeit des Ausmistens“. Blieb dabei an so manchem Müsterchen in Erinnerungen hängen…, wie gut, dass ich so lange Zeit hatte. Wollte mich damit auch soweit wie irgend möglich „reduzieren“! Das heisst – wie ich schon einmal erwähnt hatte… „alles was nicht auf meinen Rücken passt“ bleibt wo es ist… oder wird entsorgt.

Der Umzug sollte ja keine grosse Sache werden. Soweit der Vorsatz und meine Einschätzung vor wenigen Monaten.
Nun geht es ja auf den Berg… (!). Bin nicht motorisiert – auf ÖVM (Gondel und Bahn) angewiesen. Einkäufe (gerade Lieferung für Einrichtung und Möbel) sind da erschwert, die Preise gewisser Dinge fast höher als die Berge welche das Dorf umstellen und der Winter wird hart. Der Weiler in welchem ich mich niederlasse, kann ausserdem durch drohenden Lawinenniedergang von der „Aussenwelt“ abgeschnitten werden… Ergo hab ich mir im Vorfeld noch reichlich „Vorräte“ aus benachbartem Grenzraum zugelegt welche mir das entspannte Ausharren hier oben möglich machen sollen. Nein, Keine Panik (!) – akkurate Vorbereitung eben. (by the way – 3 Ster (=ca. 3 m³) Brennholz in 1 Meter Spalten für den kommenden Winter sind bereits bestellt… )

Bald einmal war mir klar,

„Mein Rücken“… muss fast dem Volumen eines Mercedes Benz Sprinters mit Superhochdach entsprechen. Daaas gibt doch mehr zu tun… Soviel also zum Vorsatz… 😂

„Möbelpacker“ mögen einen vom buckeln des Haushaltes erlösen… dafür müsste aber das Portemonnaie die Auslagen stemmen… Mehr spasseshalber liess ich mir eine Offerte für das „Zügeln“ (CH für Umziehen) erstellen mit diesen Angaben;

  • 2 1/2 Zimmer Whg. 
  • 271km Fahrtkilometer ein Weg  = mindestens 4 Stunden
  • auf dem Berg 80 Meter zu Fuss in steilem Terrain z.T. ohne Weg… bis zum Chalet
  • Chalet mit 3 Etagen – Möbel zum Teil über Fassade einbringen…

erhielt ich, nicht überraschend, eine (unverbindliche!) Richtofferte über einen dreifach vierstelligen Betrag…

Ich sah meine „Jung-Mannschaft“ schon Zähne knirrschend am Berg stehen… Meine Söhnemänner (und mein „BF“) haben jedoch keine Sekunde gezögert. Die „Umsiedlung“ geht nicht in fremde Hände – bleibt unter uns. Derweil konnte ich uns noch einen modernen Maulesel als „Zügelhilfe“ am Berg organisieren…

Freitag 18:00 traf also ein wer konnte und wir luden den Wagen… Zu unser aller „Freude“ goss es bald wie aus Eimern… und der Tag erlosch rasend schnell unter diesem tief verhangenen Himmel. Im dunkeln Nass wurde „das Tetris im Transporter“ dann natürlich zu einem reinen Kompromiss. Egal. 22:40 Ladung gesichert… Mannschaft zwischenzeitlich komplett.
Die kurze Nacht schlugen wir uns, in der bis auf das rote Sofa leergeräumten Wohnung, im Schlafsacklager um die Ohren… Schattenspiele und „ich seh ich seh -was Du nicht siehst…“ inklusive…

Die Abfahrt 06:00 wurde dann durch nicht weckbare Kizz und eine kurze Suche nach dem Wagenschlüssel knapp vereitelt… Wir schalten also einen Gang höher, drehen den Sound voll auf! damit er unsere Schlafminen entknittere… scheren bei der ersten Tanke noch einmal raus um fett „Frühstück-ungesund“ – Heisse Schockolade, Croissant’s, Espressi und Überaschungseier zu laden. Ab gehts!

Vernunft über Geschwindigkeit… ! Der Dauer-Regen sorgt für heftiges Aquaplaning im Alsphalt-Wasserpark der Schweizer N1. Bei diesen doch schwierigen Bedingungen kommen wir überraschend gut voran. Keine Unfälle oder andere Hindernisse… Die Ladung hält. Nach Bern beruhigt sich die Wetterlage allmählich und der Zeitverlust bleibt bis zum Autoverlad – nach 4/5 der Strecke – unter einer Stunde. Und wir haben Glück, es gibt da auch kaum Wartezeit. Unser Benz-Sprinter, ein monströses Vehikel verglichen mit dem Renault Clio vor uns, passt spielend auf die Bahnwagons welche gar Reisebusse schlucken mögen. Der Himmel ist tief verhangen, grau und nass – Lötschberg wirkt fast gespenstisch als wir anrollen… ein unwirkliches kindliches Gefühl von Spannung und Abenteuer umfängt mich… neben mir meine Jungs… Diesen Moment der Ergriffenheit behalt ich für mich… und lass in wirken für die Zeit in der wir durch den rabenschwarzen Lötschbergtunnel donnern…

46° 12′ 48.613″ N / 7° 49′ 40.329″ O

Ein knappe Stunde später ist der Weg fast geschafft… Der Himmel über meinem neuen zu Hause ist noch unentschlossen – es reisst zwar stark auf, aber seltsames fast schon gewittriges Licht flutet das Panorama… Der nächste Wolkenbruch scheint nicht weit… Es „schont“ noch bei Ankunft auf dem Berg… das Terrain ist zwar feucht aber fest… Also bloss keine Zeit verlieren…


Die schweren Kisten braucht niemand den Berg hinunter zu tragen. Dafür ist der erwähnte Maulesel „Rocky“ – ein Raupen-Transporter – die hier oben unverzichtbare motorisierte Hilfe für alles zuständig.


Die Einrichtungsteile müssen aber doch mit Manneskraft eingebracht werden. Die drohenden Regengüsse sind uns im Nacken… weshalb erstmal alles ins Wohnzimmer verstaut wird… Hektik kommt dabei aber keine auf. Ausser kurzen Schauern gleich zu Beginn des Abladens bleiben wir und die Habseligkeiten sogar trocken… uuund werden mit wärmenden Sonnenstrahlen belohnt. Daas ist eben auch das Wallis… – die Sonnenstube der Schweiz.


Und so endet ein superlanger Tag – erfolgreich ganz ohne Pannen… Bei einem leckeren Abendessen beim Italiener lassen wir es uns schliesslich noch einmal verdient gut gehen…

Hier bin ich also…

DANKE DANKE – ❤️ HERZLICHEN DANK JUNGS 😘 und  „BF – Mac“ -GHETTO👊🏻

FÜR EURE RIESIGE UNTRSTÜTZUNG – IHR SEID UNGLAUBLICHE KLASSE !

HOFKNIX UND VERNEIG☺️

6 Gedanken zu “Here I am… „Abenteuer-Umsiedlung“

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