29. November 2015 – 1. Advent

zurück zur Besinnlichkeit

Advent…

…Zeit der Vorfreude… Im alten christlichen Sinne, Zeit der Vorbereitung auf die erwartungsvolle Niederkunft Jesu, mit 4 wöchiger Fastenzeit…

…ist Heute dem traditionell tagelangen Shoppen, Feiern, Schlemmen, der Raserei nach immer mehr Gaben und verrückteren Geschenken… einem irren „Wetzen um Anerkennung“ oder aber der Jagt nach unpersönlichen Schnäppchen und Almosen gewichen.

Ich will nicht sagen, dass die alten Bedeutungen absolut verstaubt oder verkommen wären, dass die hehren Werte etwa vollends verloren sind… Die Besinnung findet aber nicht erst in diesen heutigen Zeiten zu wenig Raum – sie scheint schon seit Generationen als „Müssiggang“ verpönt. Dabei wären die Menschen spätestens im Advent jeweils eingeladen inne zu halten, bei sich einzukehren und auszuräumen was sich angestaut hat, zu bedenken was sich künftig wandeln, ändern mag.

Seltsamer- ja ironischerweise, scheint just in eben dieser, allseits als „besinnlich“ gelobten Zeit, eben die Besinnung gänzlich in Vergessenheit zu geraten. Ich bin bestimmt kein gläubiger, geschweigedenn gottesfürchtiger Mensch. Aber selbst Heiden und Agnostiker wie ich wüssten sehr wohl um den Wert der Achtsamkeit, Fürsorge oder Nächstenliebe.

Die Gesellschaft scheint ihre schier grenzenlose „Gebefreude“ mit Grossherzig – und dieses „jeden Wunsch erfüllen“ mit Aufmerksamkeit zu verwechseln… Ist nicht jeder nur der Willenslenkung verfallen und zieht als Rädchen der Wirtschaft wie eine Marionette unweigerlich mit in diesen Werbefeldzug der Industrie… auf dass der Wahnsinn sich jährlich wiederholen, nein(!) übertreffen mag?

Nur das Beste scheint gerade gut genug… ! Immer mehr… grösser, länger, stärker, teurer…

Worum es aber in Wirklichkeit ginge…?

Besinnung…! Tugenden wie Nächstenliebe, Milde und Nachsicht, Emotionen wie Wärme, Nähe und Liebe werden ausgeblendet und mit tausenden Lichtern überbelichtet kompensiert…

Wer wagt an Heilig Abend – zum Fest der Liebe lediglich mit einem herzlichen Lächeln und der ehrlichsten Umarmung – aber leeren Händen zu erscheinen?

Stattdessen herrscht in den Stuben, statt leiser Spannung – bescheidener Vorfreude auf das erhaltene Geschenk, eine unerhörte Erwartungshaltung und Anspannung. Ein zwanghafter Wettbewerb um den Titel „das war das ultimative Geschenk…“

Oder aber eben alljährlicher Reigen an unehrlicher sinnloser Almosenvergabe…! Oft beherrscht dann ein krampfhaftes Lächeln… aus Fremdschämen und peinlicher Verlegenheit… die Szenerie. Darin verkommt das Schenken und Bedanken zur unmöglichen Pflichtübung…

Überzeichnet sind diese beiden Bilder vielleicht ja. Aber durchaus absichtlich. Weil ich sie selbst erlebte! Bin überzeugt;

Der Zauber der Besinnlichkeit kann in diesem „Pflichtenheft“ ersticken…

Wir haben deswegen vor Jahren die Beschenkungsorgie beendet…

…um einander Zeit zu spenden und sich Zeit zu nehmen…!

Dafür wollten wir uns künftig zusammenfinden…

Das war vor vielen Jahren…  Die Familie wurde längst „rückfällig“, liess sich wieder knechten von der Wirtschaft. Immerhin, sie respektiert meine Sturheit und beschenkt mich nicht. Ich backe derweil Plätzchen oder Stollen zum Dank für die Gastgeber.

Advent…

Wünschte mir, mehr Menschen würden täglich für die Bescheidenheit und Mässigung eine Lanze brechen. Ruhe einstreuen, Stille versprühen, einander das Geniessen verordnen, für einander da sein, versuchen miteinander so umzugehen wie sie es selbst gern hätten, sich bewusst werden was im Leben wirklich wichtig ist und sich alle zurück zur Besinnlichkeit rufen… das vorleben – und jeden Tag!

Dann erstrahlen all die berührten Herzen vielleicht selbst wie kleine zauberhaft funkelnde Lichter im Dunkel… und die Welt…? Vielleicht wäre sie eine Bessere… etwas ehrlicher wäre sie allemal…

Euch allen nun eine ruhige besinnliche und mit Liebe erfüllte Adventszeit

IMG_0086Güte ist, wenn man das leise tut, was die anderen laut sagen.“(Friedl Beutelrock)

Ein Gedanke zu “zurück zur Besinnlichkeit mi

  1. So wie du – Monate später. 😉
    Geschenkewansinn – gruselig!
    Was macht ein Geschenk für mich wertvoll – wenn ich merke das sich der Schenker Gedanken gemacht hat wie er mir eine Freude machen kann. Mir ist ein 5€-Geschenk das Gedanken zeigt lieber als eins für hunderte von Euros das aus allen Poren nach Gedankenlosigkeit und Desinteresse meiner Person schreit.
    Der Ort an dem ich mich am meisten aufhalte in der Vorweihnachtszeit – meine Küche!
    Da gibt es dann als Geschenk zB selbst gemache Nuss-Nougat-Creme für die Nutellaliebhaberin , selbstgemachte Pralinen und Plätzchen -also eigentlich schenke ich den Menschen die ich beschenken will meine Zeit und die Liebe die ich in meinen Kreationen verarbeite. (wobei ich das ja das ganze Jahr als kleines Dankeschön zwischendurch mache)
    Wenn sie dann vor Genuss die Augen verdrehen oder schliessen – das schönste Geschenk an mich *lächel.

    Jetzt bin ich dank dir – doch wieder in bisschen im Weihnachtself-Modus. Dieses Jahr kann ich es auch wieder zelebrieren in der Küche, kein Brustbein mehr das beim Teig rühren aufschreit *freu.
    Danke dafür *lächel.

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